„Das gibt sich bis 1970“

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Geschafft! Seit heute ist mein erster Roman online. „DAS GIBT SICH BIS 1970“ kann in Deutschland ab sofort als eBook bei amazon.de heruntergeladen werden. Für Bestellungen in Kanada verwenden Sie bitte  >> diesen Link <<.

Es ist ein vergnüglicher, manchmal nachdenklicher, aber immer unterhaltsamer und abenteuerlicher Roman. Im Mittelpunkt steht ein 15jähriger Junge vom Land, der so unsterblich verknallt ist, dass er keinen anderen Ausweg sieht, als seiner ersten großen Liebe per Anhalter durch halb Europa nachzureisen.

Der Download ist einfach. In Deutschland kommen Sie über  >> diesen Link << zum Buch.

ACHTUNG: Downloads in Kanada sind nur über  >> diesen Link <<  möglich.

Auch wenn Sie keinen Kindle-eBook-Reader von Amazon haben: Kein Problem. Auf dieser Seite können Sie auch ein kleines Programm herunterladen, das Ihnen das Lesen auf dem PC, Mac, Tablet und Handy erlaubt. Das Lesevergnügen kostet 4.50 Euro.

Ich würde mich freuen, wenn Sie den Link zum Buch weiterleiten könnten – über Facebook, Twitter und all die anderen sozialen Medien-Plattformen. EBooks leben von der Mund-zu-Mund-Werbung. Und auch davon, ob und wie sie im Internet bewertet werden.

Anklickbare Sternchen finden Sie unter dem Buchtitel. Wenn Sie sich dann auch noch die Zeit für eine kurze Kundenrezension nehmen würden, würde ich mich ganz besonders freuen.

Herzlichen Dank und viel Vergnügen beim Lesen!

Wahlkampf: Politik mit Posters

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Wenn am 19. Oktober in Kanada ein neues Parlament gewählt wird, möchte unsere Freundin Marjolaine Boutin-Sweet bitteschön wiedergewählt werden. Seit vier Jahren sitzt sie für die New Democratic Party im Bundestag. Die Chancen für eine Wiederwahl stehen gut. Bei den Meinungsumfragen belegen die Neuen Demokraten zurzeit Platz eins.

Die NDP liegt ziemlich weit links, ist für die Aufnahme von Flüchtlingen und, anders als die regierenden Konservativen, gegen jegliche militärische Intervention in Syrien oder sonstwo.

Da hilft man doch gerne mal Wahlplakate kleben.

Wer die Seele einer Großstadt erkunden möchte, muss nur einmal nachts um die Häuser ziehen – am besten mit einem Packen Posters unterm Arm. Bei positiver Betrachtung kann das Hupen der vorbeifahrenden Autofahrer als Zeichen der Solidarität gewertet werden. Könnte aber auch sein, dass das orangefarbene Plakat mit dem fetten NDP-Logo über Marjolaines Konterfei manchem ein Dorn im Auge ist, weil man vielleicht doch lieber den Kandidaten der nach Unabhängigkeit strebenden Separatistenpartei Bloc Québecois in Ottawa sehen würde.

Egal, in welche Richtung die Plakataktion läuft – es ist ein déjà-vu mit der Vergangenheit. Das letzte Mal, dass ich Plakate geklebt habe, war vor 50 Jahren. Damals spielte ich Gitarre bei „Sir Henry and his Outlaws“ – der vermutlich härtesten Rockband östlich von Liverpool.

Und jetzt also Posters im Namen der Politik. Marjolaine vertritt den Wahlbezirk Hochelaga, einen der ärmsten der Vier-Millionen-Stadt Montréal. Bierkneipen und Biillardstuben, Pfandleihhäuser und Tante-Emma-Läden, die auch morgens um eins noch Zigaretten und Groschenromane verkaufen. Daneben das eine oder andere Restaurant, das sich den großen Durchbruch in der anspruchsvollen Montréaler Gastronomie-Szene erhofft.

Auch eine wunderschöne Markthalle gibt es an der Rue Ontario, ganz in der Nähe des Olympiastadions. Wie konnte ich die vergangenen 35 Jahre nur so achtlos an diesem prachtvollen Gebäude vorbeifahren?

Auch der mächtige Brunnen mit seinen gusseisernen Schildkröten-Skulpturen war mir vorher noch nie aufgefallen. Aus einer Altbauwohnung ertönt Musik. Jede Menge Scheinwerfer und ein paar Kameras sind durch das offene Fenster zu sehen. Es wird ein Rockvideo gedreht, mit einem Künstler, den vermutlich nur die kennen, die in Hochelaga zuhause sind.

Marjolaine MUSS einfach gewinnen am 19. Oktober. Und sei es nur, damit ich einen Grund habe, öfter mal in ihrem Wahlbezirk vorbei zu schauen.

Hochelaga: Vorne die Markthalle, weit hinten das Olympiastadion. Fotos © Bopp

Hochelaga: Vorne die Markthalle, weit hinten das Olympiastadion. Fotos © Bopp

Ein Buch voller Geschichten

blog_ankuendigungSchreib doch mal ein Buch“. Ich weiss nicht, wie oft ich diesen Satz in den letzten Jahren gehört habe. Von Freunden und Kollegen, von Teilnehmern meiner Seminare, von Blog-Lesern und natürlich von der eigenen Familie. Jetzt ist es soweit: In wenigen Tagen erscheint mein erster Roman bei Amazon.

Ausreden, kein Buch zu schreiben, gab es immer schon genug: Keine Zeit. Keine Lust. Keine Gelegenheit. Das alles stimmte irgendwann, irgendwie. Nur eine Entschuldigung ließ ich nie gelten: Keine Themen.

Geschichten aus meinem Leben gibt es jede Menge. Fröhliche, traurige, skurrile, runde, bunte. Jetzt habe ich die schönsten von ihnen zu einem Roman zusammengefasst.

Der Sommer 2015 war ideal zum Schreiben, das Blockhaus am Lac Dufresne der perfekte Ort, um aus einer Idee ein Buch werden zu lassen.

Das gibt sich bis 1970“ ist ein Roman mit 52 Kapiteln: Die erste große Liebe. Die erste lange Reise. Die ersten Abenteuer. Zentrale Handlung ist ein Roadtrip, der mich als Fünfzehnjähriger per Anhalter zu einem Mädchen nach Spanien führt.

Dass ich meinen ersten Roman in Form eines eBooks veröffentliche, war eine logische Überlegung. Als Onlinejournalist ist das Internet seit seiner Einführung zu meiner medialen Heimat geworden. Ebooks können weltweit heruntergeladen werden. Die Möglichkeit, orts- und zeitunabhängig arbeiten zu können, sehe ich als ein Geschenk für jemanden, der seit Jahren zwischen Kanada, Deutschland und Spanien pendelt.

Mein Roman erscheint demnächst bei Amazon. Der Download ist kinderleicht. Der Text kann am PC, am Laptop, am Tablet oder auf dem Handy gelesen werden. Und natürlich im „Kindle“-eBook-Reader, den Amazon seinen Lesern anbietet.

Geschrieben habe ich meinen Roman für alle, die an die Liebe glauben und das Leben als Abenteuer sehen. Also für Sie.

Prinzenrolle für eine Nacht

Vorhang auf: Der Mann mit dem Radiogesicht spielt wieder in einem Film mit. Titel und Regisseur müssen geheim bleiben. Szenenfotos dürfen genauso wenig veröffentlicht werden wie der Name des Hauptdarstellers. Woran mich jedoch keiner hindern kann: Die Atmosphäre am Set zu beschreiben.

Gedreht wird der Film zurzeit hinter dicken Klostermauern in der Nähe von Montreal. So viel sei verraten: Es ist eine große Produktion mit einer hochprofessionellen Filmcrew. Selbst für das „Making of“, also den Film über die Herstellung des Films, gibt’s einen eigenen Regisseur. Mein Charakter: Ein bekannter Wissenschaftler, der um seine wichtigste Entdeckung bangen muss.

Eine Rolle in einem Kinofilm ist wie ein Non-Stop-Verwöhnprogramm: Die Maskenbildnerin massiert dir die Falten weg. Die Friseuse macht aus lichtem Haar dichtes. Die Kostümbildnerin zupft dir Hemd und Jacke zurecht, legt Manschettenknöpfe an und bringt den Hut in die richtige Position. Und so ganz nebenbei bindet sie dir noch den perfekten Krawattenknoten.

Es ist eine Prinzenrolle: Weil es heiss ist am Set, wirst du auf Schritt und Tritt von zwei Assistentinnen betüttelt, die dich mit kaltem Wasser und Frischluft aus kühlenden Ventilatoren versorgen. Selbst in den Drehpausen verfolgen sie dich wie ein Schatten, nehmen dir Mantel und Jacket ab, während der Requisiteur den Brief, den du deiner Filmpartnerin eben noch vor der Kamera überreicht hast, wieder fein säuberlich zusammenfaltet und in die Innentasche zurücksteckt. Ein bisschen Diskretion muss sein: Höflich warten deine persönlichen Assistentinnen – zwei jobbende Filmstudentinnen – vor dem Waschraum.

Gefilmt wird die ganze Nacht. Zum „Mittagessen“ um 19 Uhr gibt’s Catering vom Feinsten. Die Privat-Chauffeurin holt dich ab und liefert dich nach dem Dreh wieder sicher vor deiner Haustür ab – in meinem Fall morgens um halb zwei.

Wenn mehr als 50 Leute dir und deiner Filmpartnerin vor laufenden Kameras unter dem grellen Licht von Dutzenden von Scheinwerfern auf die Hände schauen und ein Team von Spezialisten jedes gesprochene Wort auf seine linguistische Vollkommenheit testet, kann das für einen Nicht-Profi-Schauspieler wie mich ganz schön überwältigend sein.

Selbst der Kuss auf die Stirn der Partnerin will geübt sein. „Etwas zärtlicher“, ruft der Regisseur aus dem Off. „Und etwas weiter links“, sekundiert die Regieassistentin. Nach gut zwei Dutzend verschiedenen Einstellungen sind die Küsse im Kasten.

Filmen ist anstrengend, vergnüglich, aufregend und immer spannend. Allerdings birgt so eine Rolle auch Überraschungen, von denen nichts im Vertrag steht. Damit musst dann nicht nur du leben, sondern auch die Frau an deiner Seite: Der Bart ist ab. Glattrasiert. Zum erstenmal seit 45 Jahren.

Seither hat SIE nur einen Wunsch: „Bitte lass ihn wieder wachsen, sonst muss ich dich leider siezen“.

Montréal: „Petit Paris“ in Kanada

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Der Kellner spricht das Französisch der Pariser. Die Fleischverkäuferin in den Markthallen parliert neuerdings en français. Und Montrealer Stadtbusfahrer, bisher letzte Bastion der Québecois sprechenden Frankokanadier, hören sich jetzt immer öfter an, als hieße die Endstation Montmartre und nicht McGill-University. Montreal, das sich ohnehin gerne als das „Paris des Nordens“ sieht, wird von Frankreich-Franzosen geradezu überschwemmt.

Was die angesehene Tageszeitung Globe and Mail als „Invasion der Franzosen“ bezeichnet, lässt sich am Montrealer Stadtbild auch ohne Statistik ausmachen: Mehr als 120.000 Franzosen haben sich innerhalb weniger Jahre in Montreal niedergelassen. Das „Plateau Montréal“, eine hippe Wohngegend am Fuße des Hausbergs „Mount Royal“, gilt im Montrealer Sprachgebrauch schon lange als „Petit Paris“.

Französisch – wie aus einer anderen Welt

Viele Montrealer sehen dem Influx mit gemischten Gefühlen entgegen. Durch die hohe Nachfrage steigen Miet- und Immobilienpreise. Außerdem sehen viele Quebecer ihre Muttersprache, das „Québecois“, in Gefahr. Québecois mag sich weniger elegant als Französisch anhören, eher plump und bäuerlich. Aber es ist nun einmal die Sprache, in der sich „les Québecois“ wiederfinden. Das, wie mancher Quebecer glaubt, borniert klingende Pariser Französisch hört sich vor allem in den Ohren der Landbevölkerung wie aus einer anderen Welt an.

Dass Québec mit Frankreich eng verbandelt ist, liegt in seiner Geschichte. Schließlich war es der Franzose Jacques Cartier, der Kanada, das damalige Neufrankreich, 1534 entdeckt hat. Dass sich aber eine so hohe Zahl von Franzosen hier ansiedelt, ist neu.

Schnelldurchgang für Französisch-Muttersprachler

Einer der Gründe dafür liegt in einer Gesetzesänderung, wonach verstärkt französisch-sprachige Fachkräfte für die Provinz Québec gesucht werden. Das Timing passt: Die französische Wirtschaftskrise mit einer Jugendarbeitslosigkeit von bis zu 25 Prozent ist für viele Franzosen die Gelegenheit in einem französischsprachigen Land auf dem nordamerikanischen Kontinent einen Neuanfang zu wagen.

In den neuen Bestimmungen, die es Franzosen ermöglicht, im Schnellverfahren Wohn- und Arbeitsgenehmigung für Quebec zu bekommen, spielt ein Faktor die ganz große Rolle: Französische Sprachkenntnisse. Bei den Genehmigungsquoten gilt, wie auch für das kanadische Einwanderungsverfahren, ein Punktesystem. Beispiel: Ein Ehepaar benötigt 54 Punkte. 44 davon gibt es allein durch gute französische Sprachkenntnisse.

Auch der Nachwuchs wird im notorisch kinderarmen Quebec als Einreisefaktor hoch bewertet. Pro Kind gibt es bis zu 8 Pluspunkte.

Eine aktuelle Darstellung des Punktesystems ist der Tabelle entnehmen:

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