Wie heisst es nochmal, das weisse Zeugs auf dem Berg dahinten? Stimmt: Schnee. Lange nicht mehr gesehen. Eigentlich nichts Besonderes für einen Kanadier. Aber auf Mallorca? Hier scheint wirklich alles möglich.

Türschild einer Boutique in Palma.
Palma bibbert. So kalt wie zurzeit haben wir die Insel in den vergangenen sieben Jahren nie erlebt. Höchsttemperaturen von gerade mal 8 Grad sind eher die Regel als die Ausnahme. Nachts sinkt das Thermometer selbst in der Stadt noch auf den Gefrierpunkt.
Und jetzt auch noch schneebedeckte Berge in der Tramuntana! Die Heizpilze vor der „Bar Bosch“ laufen zurzeit auf Hochtouren. Gut so. Nur Warmduscher nehmen den Cortado im Inneren der Bar zu sich. Kälte erprobte Schwabokanadier lächeln die paar Grad weniger einfach weg und verharren hartnäckig unterm Sonnenschirm. Ob’s stürmt oder schneit.
In Montreal hat es heute übrigens minus 18 Grad. Macht 26 Grad weniger als in Palma. Damit lässt es sich leben.
NACHTRAG: Das Große Frieren hat ein Ende. Kaum war der Bibbertext fertig, kam die Sonne wieder raus und die Puderzuckerhütchen im Tramuntana-Gebirge schmelzen nur so dahin.



Von Palma de Mallorca nach Leutkirch im Allgäu ist es, für kanadische Verhältnisse, nur ein Katzensprung. Kurz mit dem Flieger nach Stuttgart. Dann im Mietwagen über die Schwäbische Alb – und schon ist man da. Stellt sich nur die Frage: Warum verlässt ein Mensch von mäßiger Intelligenz das warme Palma, um mitten im Winter ein Wochenende im zugeschneiten Leutkirch zu verbringen?
