Sie können mich gerne haben!

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Grüß Gott, ich bin der Neue!

Nach 30 Jahren am Computer und mehr als 300 Blogposts bin nun auch ich bei den Sozialen Medien gelandet: Ich habe mich Facebook angeschlossen. Bislang allerdings nur mit einer Community-Plattform für diesen Blog.

Privat fremdle ich immer noch ein wenig mit Facebook & Co. Organisierte Freundschaften sind nicht so mein Ding. Meine richtigen Freunde kennen mich: Man darf mich gerne mögen, aber bitte nicht verwalten. Deshalb nimmt meine Community-Plattform auch keine „Friends“ auf – sorry. Dafür freue ich mich über „Likes“ umso mehr. Das gefällt mir.

Von heute an finden Sie also am Schluss meiner jeweiligen Blogposts den Facebook-Button, über den Sie mich weiterempfehlen können. Außerdem lade ich Sie ein, den „Gefällt mir“-Facebook-Button (oben rechts) anzuklicken.

Warum ich jetzt doch auf den digitalen Schnellzug aufgestiegen bin? Weil ich finde, ein gelebtes Leben muss sich nicht verstecken. Manch einer mag vielleicht eine Auswanderung nach Kanada in Betracht ziehen, liebäugelt mit Downsizing im Alter oder könnte sich sogar vorstellen, seinen Lebensmittelpunkt nach Mallorca zu verlegen. In meinem Blog ist von all diesen Dingen die Rede. Und noch von viel mehr.

Vielleicht erreiche ich ja mit den Geschichten aus dem Bloghaus über Facebook künftig auch Menschen, die sonst nie auf die Idee gekommen wären, sich für mein kleines Leben  zu interessieren. Das ist der Grund, weshalb ich mir für meine virtuellen Spaziergänge zwischen den Welten jetzt auch noch diesen Verbreitungsweg ausgesucht habe.

>>  Aktualisiert: Facebook gefällt mir nicht mehr  <<

Kanada und seine Einwanderer

Es gibt vieles, das ich an Kanada nicht mag: Das harte Winterklima. Die sozialfeindlichen Entfernungen. Die miserablen Straßenverhältnisse. Das marode Gesundheitssystem. Doch in einem Punkt lasse ich über mein Gastland nichts kommen: Wenn es um den Umgang mit Menschen mit Migrationshintergrund geht, macht Kanada so ziemlich alles richtig.

Jeder fünfte Bewohner Kanadas ist nicht hier geboren. Außer dem Mutterland Großbritannien kommen die meisten von ihnen von den Philippinen, aus Indien und China. Jedes Jahr heißt Kanada 250 000 Neueinwanderer willkommen. Wobei „willkommen heißen“ in diesem Fall keine Worthülse ist. Haben die Immigranten die oft frustrierende, immer langwierige und manchmal teure Einwanderungsprozedur erst einmal hinter sich gebracht, können die allermeisten von ihnen sicher sein, im Gastland „willkommen“ zu sein. Turban hin, Burka her – jetzt sind sie Kanadier. Ohne ihre Vergangenheit leugnen zu müssen.

In mehr als 30 Jahren Kanada ist es mir nicht ein einziges Mal passiert, dass ich mich wegen meiner deutschen Herkunft diskriminiert gefühlt hätte. Im Gegenteil: Wenn ich mich als „German“ oute, werden mir fast immer Respekt und Toleranz entgegengebracht. Wenn dann erst einmal die deutschen Kernthemen Autobahn, Neuschwanstein, Bratwurst und Rammstein abgehakt sind, kann es schon mal passieren, dass ich danach gefragt werde, wie denn heute das Verhältnis der Deutschen zu einem gewissen Adolf H. sei. Aber da der Kanadier von Natur aus politische Diskussionen eher scheut, wird auch daraus kein abendfüllendes Programm.

Dass Kanada seine Einwanderer schätzt, entnehme ich regelmäßig Blogs und Kommentarseiten, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Das kann eine sehr erfrischende Erfahrung sein. Neueinwanderer werden dort oft gelobt für ihren Fleiß und ihre Küche und auch für ihre Bereitschaft, eine der beiden kanadischen Landessprachen zu sprechen, manchmal sogar Englisch UND Französisch.

Wie deprimierend ist es da oft, hetzerische und ketzerische Postings in einigen deutschsprachigen Internet-Gästebüchern lesen zu müssen. Manche von ihnen triefen nur so von Ausländerhass. Da bekommen manche Kommentarschreiber schon Schnappatmung, wenn sie nur das „I“ von Islam hören.

Die meisten der Menschen, die nach Kanada kommen, hatten es in ihren Herkunftsländern nicht leicht. Ihre Auswanderung ist oft aus der Not heraus geboren, im eigenen Land keine sichere Zukunft zu haben. Die wenigsten Immigranten kommen nach Kanada, weil die Berge hier so schön sind und die Seen klar. Ungefragt werden oft ganze Familien entwurzelt, die keine touristischen Hintergedanken haben, wenn sie ihre Heimat verlassen.

Die Bewohner dieses Landes waren und sind gut zu mir als „Ausländer“. Ich kann nur hoffen, die Millionen Menschen mit Immigrationshintergrund, die in Deutschland leben, können dies auch von sich behaupten.