Starfeeling im Corona-Kino

Die gepolsterten Ledersessel sind brandneu, haben aber schon viel von der Welt gesehen. Gestern zum Beispiel sind sie mit James Bond um den Globus gejettet. Okay, die Sessel blieben, James Bond jettete. Und wir sind mitgejettet, ohne uns auch nur einmal von den weichen Sesseln erheben zu müssen.

Nach eineinhalbjähriger Pause war der gestrige Kinobesuch so etwas wie eine Premiere – und das in vielerlei Hinsicht.

Wir sind passionierte Kinogänger. Einmal die Woche ist bei uns nicht die Ausnahme sondern die Regel. Doch Corona hat uns auch diesen Spaß noch verdorben.

Bis gestern.

Da schwangen wir uns auf zum „Cineplex“ im alten Eishockey-Forum. Dort erwartete uns nicht nur ein brandneuer Film, sondern auch ein neues, innovatives Konzept.

Klingt peinlich, ist aber richtig gut: V.I.P-Theatre.

Wer V.I.P. bucht, ist relativ sicher. Statt Dutzenden von Sitzreihen gibt es nur sieben oder acht. Die durch Knopfdruck verstellbaren Sitze, einschließlich Beinliege, sind so konfiguriert, dass der Abstand zum Nebensitzer riesig ist.

Mehr Luft, mehr Freiraum. Weniger Corona-Ansteckungsgefahr. Alles in allem passen gerade mal um die 60 Leute in den ausverkauften Saal. Gestern waren’s etwa 15.

Wer einen Platz im Voraus bucht, muss mindestens 18 und doppelt geimpft sein. Der Nachweis wird auf dem Weg zum Kinosaal noch zweimal gecheckt.

Im Saal kann über QR-Code eine Speise- und Getränkekarte abgerufen werden. Vom Chickensandwich bis zur Flasche Prosecco – das V.I.P.-Angebot ist groß. Die Preise allerdings auch. Ein gut belegter Hamburger kostet um die 15 Dollar, ein Glas Prosecco 11 $. Serviert wird  auf dem Stelltischchen, das zum Sessel gehört. Sobald der Hauptfilm anläuft, ist Schluss mit Service.

Mit 26 Dollar ist der Eintritt fürs Kino ungefähr dreimal so hoch wie am „Cheapy Tuesday“.  Die relative Sicherheit einer Covid-freien Zone? Unbezahlbar.

Und wie war der neue James Bond?

Sagen wir mal so: Der Titelsong von Billie Eilish gehörte für mich zu den Highlights. Aber Klassiker bleibt Klassiker. Allein schon deshalb empfehlenswert.

Genau wie das V.I.P-Covid-Kino.