Mallorca und das Wetter – das ist ein Kapitel für sich. Im neunten Winter auf meiner Lieblingsinsel sei mir die Feststellung erlaubt: Der Mallorquiner an sich friert nicht gerne.
Das tun wir alle nicht. Aber viele Einheimische rüsten hier schon beim geringsten Temperatursturz kleidungsmäßig auf, als gelte es den schlimmsten Blizzard der Geschichte zu bekämpfen.
Dabei heißt Temperatursturz hier von 18 auf 14 Grad, ganz selten auch mal auf zehn. Minustemperaturen habe ich hier noch nie erlebt. Um einen ordentlichen Blizzard zu sehen, guckt sich der Mallorquiner „Verloren im Schneesturm“ im Kino an.
Was im heimischen Kanada noch als T-Shirt-Wetter durchginge, treibt meine mallorquinischen Freunde in die Thermojacke mit Wollschal und Pelzkragen. Und natürlich ist man mit Skimütze auf der Hut vor dem Blizzard, der nie kommen wird.
Von der Dachterrasse unseres Feriendomizils aus habe ich sie alle im Blick: Die ältere Dame mit Pelzkrägelchen (NERZ!!), den Handwerker in der fett gepolsterten Ski-Jacke. Und auch die Teenie-Girls, die ihre frisch manikürten Hände tief im Ärmel ihres Bomberjäckchens verschwinden lassen.
Dabei hat es gerade mal 18 Grad.
Auf der Terrasse meiner Stammbar glühen bei 16 Grad plus die Wärmepilze um die Wette, während bei uns in Montreal bei 25 Grad noch im Freien gegrillt wird. Bei minus 25 Grad.
Einen meiner ersten Winter-Kommentare in Kanada werde ich nie vergessen. „It’s freezing!“, versuche ich bei minus 30 Grad Konversation mit dem neuen Nachbarn zu halten. „Yeah, but at least there are no mosquitoes“.
Stimmt. Stechmücken findet man bei diesen Temperaturen eher selten.
Der Kanadier sagt: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Und im Winter gilt das Prinzip der Zwiebelschale. Mehrere dünne Schichten übereinander geben wärmer als ein dicker Parka.
Der Mallorquiner scheint zwischen Dezember und März den ewigen Winter zu verspüren, egal, was das Therometer anzeigt. Für den ultimativen Kleidungstipp ist nicht die gefühlte Außentemperatur wichtig, sondern das, was der Wettermann im Radio sagt.
Vielleicht sollte ihm einer den Tipp mit der Zwiebelschale flüstern.

Geher vor dem Herrn, der Großvater erst recht. Noch im hohen Alter radelte Opa jeden Mittwoch die 20 Kilometer von Dietenwengen zum Wochenmarkt nach Biberach. Und wieder zurück. Dass er einen Teil des Weges schiebend zurücklegen musste, weil der Bergaufstieg sonst nicht zu schaffen gewesen wäre, hat ihn nie sonderlich gestört. Er wurde 80 – damals ein gesegnetes Alter.

feiern, dachten wir uns, könnte es ganz lustig werden, um Mitternacht – wo immer gerade Mitternacht war – auf Kosten von Air Canada mit ein paar Gläschen Schampus anzustoßen.
Dass auch die Lufthansa-Maschine von Frankfurt nach Palma Verspätung hatte und wir inzwischen gut 30 Stunden auf den Beinen waren, sei hier nur der Vollständigkeit halber angemerkt. Auch dass in der Wohnung zuerst der coffee maker, dann die Waschmaschine den Geist aufgaben, gibt für eine Story nicht so richtig viel her. Und natürlich waren bei unserer Ankunft in Palma fast alle Läden geschlossen. Es war schließlich Neujahr. Im einzigen Shop gab es nur Wasser, kein Brot und gleich gar keinen Wein. Macht nix – wir sind am Ziel!
