Augendrama: Es werde Licht …

Regelmäßige Leser und Leserinnen dieses Blogs wissen: Hier schreibt einer, der hat’s auf den Augen. Und weil sich viele in letzter Zeit wieder nach dem werten Befinden erkundigt haben, will ich’s per Postwurfsendung in digitaler Form beantworten: Danke! Geht eigentlich ganz gut.

Heute war ein wichtiger Tag im Leben des Augenleidenden. Es wurde gelasert. Allerdings nur auf dem rechten Auge. Das Linke ist nach mehreren chirurgischen Eingriffen leider noch nicht stabil genug, um eine sogenannte “Nachstar”-Behandlung über sich ergehen zu lassen.

Vom “Nachstar” spricht man, wenn nach der ursprünglichen Operation des Grauen Star (oder Katarakt) eine erneute Eintrübung der implantierten künstlichen Linse eingesetzt hat. Dies kommt, sagt mein Augenchirurg Dr. K., nicht selten vor. So ungefähr jeder Zehnte, der eine Graue-Star-Op hinter sich hat, muss erneut unters Messer, bzw. unter den Laserstrahl.

Denn bei der Operation des Grauen Stars wird normalerweise nur die Linse ausgetauscht und die Linsenkapsel im Auge gelassen. Dadurch bleibt die Kunstlinse besser in der richtigen Position. Im Laufe der Genesung kann es vorkommen, dass verbleibendes Linsenmaterial entlang der hinteren Linsenkapsel einwächst und trüb wird. Dies nennt sich dann Nachstar.

Genau das war mir passiert. Nicht auf einem Auge, sondern, wie es sich für eine richtige Drama-Queen gehört, gleich auf beiden.

Heute wurde nun das rechte Auge mit Laser nachbehandelt. Weil das linke Auge noch nicht stabil genug für einen weiteren Eingriff ist, wurde der Termin für die zweite “Nachstar”-Behandlung auf den April kommenden Jahres verlegt.

“Sicher ist sicher”, sagt Dr. K. Wer will schon eine erneute Netzhautablösung? Das ist eine der am häufigsten Komplikationen, die nach einer “Nachstar”-Behandlung drohen.

Der Eingriff selbst war harmlos. Vor der Behandlung erweitert der Chirurg die Pupillen mit diversen Tropfen, um gut in das Auge sehen zu können. So kann der Laserstrahl optimal positioniert werden. Das Auge wird lokal betäubt.

Der Laserstrahl öffnet die trübe, hintere Linsenkapsel, um wieder einen klaren Durchblick zu ermöglichen. 

Der Eingriff ist beinahe schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Es folgt allerdings eine monatelange Tropfenbehandlung, um weitere Komplikationen auszuschließen.

Schon kurze Zeit nach dem Eingriff fühlt sich die Welt heller, freundlicher, eben sehenswerter an. Weil das Auge selbst jedoch durch die vorhergehende Netzhautablösung schwer beschädigt worden war, wird sich ein richtig gutes Sehvermögen leider nie mehr einstellen.

Aber immerhin: Der Durchblick kommt langsam wieder zurück.