Wo bleibt mein „Wordle“-Partner?

Von Wordle haben Sie bestimmt schon gehört. Es ist eines der beliebtesten Rätsel der Welt. Allein die Wordle-Version der New York Times wird täglich von 11,5 Millionen Menschen gespielt. Ich bin einer davon.

In den letzten 1235 Tagen habe ich Wordle nur dreimal verpasst. Das war vor zwei Jahren, als ich nach einer ziemlich heftigen Operation im Krankenhaus lag.

Seither spiele ich Wordle wieder jeden Morgen gleich nach dem Aufwachen, noch vor der Zeitungslektüre. Mein Ergebnis teile ich Tag für Tag mit meinem Freund Doug. Wir haben im Laufe der Zeit ein kleines Ritual daraus gemacht, das keiner von uns missen möchte.

Aber seit elf Tagen fehlt mir mein Wordle-Partner. Zurzeit liegt Doug im Krankenhaus, und ich vermisse ihn sehr. Nicht nur wegen Wordle. Morgens, wenn ich mich über mein Ergebnis freue – oder auch ärgere -, fehlt mir mein virtueller Mitspieler ganz besonders.

Wo ist Doug, wenn ich ihn am meisten brauche?

Ich spiele Wordle täglich in fünf Versionen: New York Times, SPIEGEL, Süddeutsche Zeitung, Wördle Deutschland und WordleFR, das ist die französische Version.

Am heftigsten finde ich die SZ-Variante. Da tauchen manchmal Wörter auf, die ich noch nie gehört habe. Oft haben sie einen bayerischen Zungenschlag. Das finde ich fies. Ich bin zwar an der bayerischen Grenze aufgewachsen, aber in der englischen Sprache kenne ich mich besser aus als im Wiesn-Wördle.

Die Spielregeln von Wordle sind in jeder Version gleich und denkbar einfach: Du musst ein Wort mit fünf Buchstaben in maximal sechs Versuchen erraten. Nach jedem Versuch zeigen Farben, welche Buchstaben richtig sind und ob sie auch an der richtigen Stelle stehen.

Wordle mag Statistiken. Deshalb weiß ich auch, dass ich in den letzten drei Jahren und 140 Tagen in genau 86 Prozent aller Fälle das Lösungswort gefunden habe.

Zurzeit hänge ich allerdings ziemlich in den Seilen. Meine „Streaks“, also die Zahl der Spiele, die ich hintereinander gelöst habe, sehen ziemlich mau aus. Vielleicht liegt es daran, dass mir eine ernsthafte Konkurrenz fehlt.

Doug ist ein verbissener Konkurrent. Einmal hat er es geschafft, ungaubliche 167 Spiele hintereinander zu lösen. Von solchen Zahlen träumt unsereins nur. Meine bisher beste Serie hört bei 68 auf. Zurzeit liege ich bei sieben. Wish me luck!

Anfang der Woche habe ich neuen Aufwind bekommen. Das Lösungswort lautete „GLÜCK“, und ich habe es bei der Süddeutschen schon im zweiten Versuch geschafft.

So ein Glückserlebnis spornt an. Vielleicht beflügelt es ja auch meinen Kumpel Doug ein wenig bei seiner Genesung. Wir alle würden es ihm von Herzen wünschen.

Good Luck, Doug! Wordle is waiting for you. And so are we. 🍀