Mandelblüte auf Mallorca

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Wer um diese Jahreszeit nach Mallorca kommt, darf ein kleines Wunder erleben. Mitten im Winter blühen die Mandelbäume. Vor allem im Osten und Südwesten der Insel, aber auch in der Küstengegend um Sóller, stehen Tausende der Bäume  in voller Blüte.

Für mich begann die Mandelblüten-Saison gestern in der Gegend von Paguera und Santa Ponça, entlang der Costa de la Calma. Dort sind auch die meisten der Fotos entstanden.

Es gab Zeiten, da war der Mandelanbau für die Bewohner der Balearen (über)lebenswichtig. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Mallorca von einer Reblausplage heimgesucht, die den Weinanbau praktisch zum Stillstand brachte. Und weil die Mallorquiner nie um eine Lösung verlegen sind, wurden eben Mandelbäume angebaut.

Heute gibt es rund 7 Millionen von ihnen. Sie wachsen teilweise wild, werden aber auch auf großen Mandel-Plantagen gezüchtet. cakeDie Ernte der Früchte erfolgt im Hochsommer. Sie ist mühsam und langwierig. Unter den Bäumen werden Netze ausgebreitet. Dann werden die Bäume geschüttelt. Die locker sitzenden Früchte werden mit Stöcken abgeschlagen.

Rund 7000 Tonnen Mandeln werden jedes Jahr auf Mallorca geerntet. Die besten von ihnen werden zu Mandelöl verarbeitet, aber auch zu Mandelschokolade und Mandellikör.

Besonders beliebt ist der Mandelkuchen, der in keiner Bar, keinem Café fehlen darf. Die Krönung: Mit Mandeleis.

Die ganze Stadt eine Grillparty

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Böser Petrus: Die ganze Nacht lang schüttete es wie aus Kübeln, als die Bewohner von Palma ihre Stadt in eine riesige Grillstation verwandelten.

Doch die Palmesanos ließen sich ihren Spaß nicht nehmen. Mit Würstchen, Steaks und Spießen ausgestattet strömten sie zu den Feuerplätzen, die von der Stadtverwaltung aufgestellt worden waren.

Das Massengrillen hat auf Mallorca Tradition. Es ist Teil der Feierlichkeiten für den Schutzpatron von Palma, Sant Sebastià. Die größte Party gab’s auf der Plaza Major. Dort tanzten Junge und Alte mallorquinische Volkstänze zu den Klängen einer Folkloregruppe –  in brandgefährlicher Nähe zu den meterhohen Scheiterhaufen.

Mit einer Reihe von Open Air-Konzerten endete die Partynacht wie sie begonnen hatte: im Dauerregen.

Aber wie das auf Mallorca so ist: Am nächsten Morgen schien wieder die Sonne. Und wer genau hinguckte, konnte in ihr ein Augenzwinkern entdecken. So, als würde sie sagen: „Tschuldigung für letzte Nacht“.

>>>>  Ein kurzes Video dazu gibt’s hier  <<<

Nacht der Teufel: Palma brennt!

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Vergangene Nacht in Palma: Feuer spuckende Drachen. Von Flammen berauschte Dämonen. Als Teufel verkleidete Mallorquiner, die in brandgefährlicher Nähe zu den Zuschauern ein Funkenmeer versprühen: Der Correfoc zu Ehren des Schutzheiligen Sant Sebastià stellt alles in den Schatten, was ich bisher an Pyrotechnik erlebt habe.

Eine Nacht lang herrscht Ausnahmezustand. Die Verkaufsstände auf dem Blumenmarkt wurden entfernt. Selbst die Stühle und Bistrotische der Straßencafés werden vorübergehend in Sicherheit gebracht. Diese Nacht gehört den Wilden mit ihren Feuerwerfern. Tausende von Menschen bevölkern die Rambla, um Zeuge eines Spektakels zu werden, das seinesgleichen sucht.

Den Correfoc mit einem schnöden Feuerwerk zu vergleichen ist, als würde man einen Waldbrand einem gezündeten Streichholz gleichsetzen. Natürlich wissen die Palmesanos, welche Schäden die Flammenwerfer anrichten können. Die ganz Mutigen stellen sich deshalb den Brandkanonen in feuerfester Kleidung in den Weg. Der Correfoc ist nichts für Zaghafte.

In den meisten Ländern der Welt wäre so ein Event vermutlich allein schon aus Sicherheitsgründen undenkbar. Aber selbst die Großen und Mächtigen mussten bislang vor der Kraft des Feuers kapitulieren. Das Ansinnen der EU, den Correfoc zu untersagen, wurden von den stolzen Mallorquinern schlicht ignoriert. Ein weiterer Grund, die Insel und ihre Bewohner zu lieben.

Der Feuerlauf findet jedes Jahr zu Ehren von Sant Sebastià statt, dem Schutzpatron der mallorquinischen Hauptstadt. Im Jahr 1559, als Palma von der Pest  heimgesucht wurde, galt der Heilige Sebastian als Helfer in der Not.

>>>  Kurzes (Amateur-)Video vom Feuerlauf auf YouTube  <<<

Alfonsos Bar ist nicht mehr da 😟

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Es war nur eine Bar. Ein Raum, kaum größer als unser Wohnzimmer. Mit einem Tresen, einer Handvoll Tische und Stühle. Und vor der Bar noch einmal drei, vier Bistrotische auf der Straße. Alfonsos Bar war für uns mehr als nur eine Bar. Sie war die kleine Kneipe an unserer Ecke. Und irgendwo auch ein Stück Mallorca.

Die „Bar Born“ (auf dem Foto rechts) war jahrelang die erste Anlaufstelle, wenn es um so wichtige Dinge des Lebens ging wie: Essen, trinken, feiern. Treffpunkt für Freunde, mit denen man kurz mal einen Cortado zu sich nahm, ehe es an die Arbeit ging. Auskunftei, wenn in der Ferienwohnung eine seltene Glühbirne fehlte. Rückzugsort, um sich Gedanken über den Tag zu machen – den neuen und den abgelaufenen, je nach Uhrzeit. Nirgendwo in Palma schmeckte die Ensaimada besser als bei Alfonso. Niemand servierte den Cortado mit mehr Schwung als Alfonso. Keiner hatte einen besseren Blick hinter die Kulissen von Palma als Alfonso.

Doch Alfonsos Bar gibt es nicht mehr. Wir vermissen sie sehr. Die Bar. Und Alfonso erst recht.

barplaza

Bar geschlossen: Trauer an der Plaza de la Reina

Wir wussten, dass er die „Bar Born“ an der Plaza de la Reina abgeben würde, irgendwann. Alfonso hatte uns gewarnt, quasi den Countdown angezählt – so, als gelte es, den Knockout im Ring anzukündigen. Aber so schnell?

Aus der Ferne, in Kanada, hörte sich das alles halb so schlimm an. „Ach was“, sagte sie manchmal, wenn ich auf die bevorstehende Schließung zu sprechen kam, „es ist ja nur eine Bar“. Doch jetzt, da wir jeden Morgen beim Verlassen der Wohnung den vergitterten und verriegelten Eingang zu unserem ehemaligen Stammlokal sehen, holt uns der Verlust erst richtig ein. Trostlos ist das.

Was wohl aus der Bar wird? Eine neue Bar? Ein Chichi-Restaurant in bester Location? Bitte kein McDonald’s und gleich gar kein Starbucks. Bitte, bitte nicht!

Lieber Gott von Palma, wo bist DU, wenn DU gebraucht wirst? Als wollte ER uns im Doppelpack bestrafen, hat nämlich auch die Bar neben Alfonsos Kneipe dicht gemacht. Unser Plan B ist weg, einfach so. Auch die „Reina Bar“ ist vergittert.

Was ist wohl passiert? Ich tippe auf einen Rachefeldzug der Barristos. Wir hätten mehr trinken sollen.

Der Weg zur Goldmedaille

Screenshot Copyright Mallorca Zeitung

Screenshot Copyright Mallorca Zeitung

Kleiner Trick gefällig? Wenn Sie schon immer mit der goldenen Verdienstmedaille des mallorquinischen Fremdenverkehrsverbands geehrt werden wollten, sprechen Sie mir jetzt bitte einfach mal nach: „Mallorca ist eine der besten und schönsten Inseln der Welt„. Keine Resonanz? Komisch. Bei Guido Westerwelle hat’s geklappt. Er wurde nämlich jetzt genau für diesen Satz geehrt.

Im Beisein des balearischen Ministerpräsidenten und des Bürgermeisters von Palma wurde der Ex-Außenminister jetzt für seine Bemühungen ausgezeichnet, im Amt die Schönheit Mallorcas immer wieder publik gemacht zu haben.

Herr Westerwelle hat ja Recht. Nur: Was ist mit all den anderen, die Mallorca toll finden und dies im Verein, am Stammtisch, im Flieger, im Café oder beim Hallenfreihandunterwassersegeln kund tun?

Die gehen leider leer aus. So wie die enttäuschten User, die einen Bericht der Mallorca Zeitung über die Preisverleihung kommentierten. Da war zu lesen:

„Wenn es um die Häufigkeit meiner Mallorca-Besuche ginge, müsste ich 2 Medaillen bekommen!“

„… mit dem Bundesflieger auf Kosten der Steuerzahler!“

„All denen, die über zig Jahre Mallorca-Treu sind, geht zu Recht der Hut hoch!“

Bitte nicht böse sein! Wir versuchen’s jetzt einfach nochmal. Und jetzt alle: „Mallorca ist eine der besten und schönsten Inseln der Welt„.

Na bitte, geht doch. Auch ohne Goldmedaille.