Welche kanadische Freiheit?

Vor einem gefühlten Jahrhundert, als ich zwischendurch wieder für einige Jahre in Deutschland lebte, ließ sich der kanadische Fremdenverkehrsverband eine hübsche Anzeigenkampagne einfallen. Ich fand sie damals sehr frisch und sympathisch, „cool“ würde man heute wohl sagen. Vor allem der Slogan: „In Kanada ist die Freiheit noch nicht ausverkauft!“ hatte es mir angetan.

Die Anzeigen zeigten fitte Mädels und Jungs mit Sommersprossen, die in knallroten Kanus saßen und über Gewässer paddelten, die bestimmt „Indian Lake“ oder „Gold Rush River“ hießen. (In Wirklichkeit hatten sie vermutlich im Studio ein Schwimmbecken aufgebaut, in dessen lauwarmer Brühe die gestressten Models stundenlang posieren mussten). Manchmal war in den Inseraten auch ein Wasserflugzeug abgebildet, das ein Buschpilot steuerte, der aussah wie der Marlboromann. „Freiheit“, dachte ich mir schon damals, „ist echt was Tolles.“ Nach 30 Jahren Kanada nun die Ergänzung: „… wenn man richtig damit umgeht.“.

Seitdem ich hier auf dem Land wohne, denke ich über die kanadische Freiheit ein bisschen anders. Eigentlich kann ich gar nicht mehr so richtig nachvollziehen, welche Freiheit damals in der Anzeigenkampagne gemeint war. Ich denke aber, es muss sich auf die Freiheit in der Natur bezogen haben. Die Freiheit, die sich hier manche Menschen herausnehmen, hätte in einer PR-Kampagne für Kanada jedenfalls nichts zu suchen. Umgekehrt gehört ja zum Thema Freiheit auch das Thema Verbote. Und davon gibt es in Kanada mehr als genug. Oder auch zu wenig, wie man es nimmt.

Sonntäglicher Höllenlärm zum Frühstück

Nehmen wir den heutigen Sonntag. Es ist gerade mal halb neun, der frisch gedeckte Frühstückstisch auf der Terrasse wartet auf unsere Hausgäste. Ein warmer Sommerregen tröpfelt aufs Sonnendach – der Tag kann beginnen. Das dachte sich mein Nachbar Jean vermutlich auch und holte just in dem Moment seinen Rasenmähertraktor aus der Garage, als ich mir den ersten Kaffee einschenken wollte. Vermutlich will Jean heute, da es endlich geregnet hat, aus seiner Wiese ein Stück Wimbledon machen.

Das Wort „Traktor“, schiesst es mir gerade durch den Kopf, kommt bestimmt von „traktieren“. Denn der Höllenlärm, den Jean mit seinem Vorstadtpanzer verursacht, ist kaum auszuhalten. Jean ist mit seiner Traktiererei nicht allein. Auch der Nachbar zu unserer Linken, Marc, liebt nichts mehr, als am Sonntag morgen seinen kleinen Roten anzuschmeissen, um dem Gras den Krieg zu erklären. Wenn er besonders angriffslustig ist, holt Marc dann auch noch die Motorsäge aus dem Schopf, um seine mickerigen Bäume zu stutzen.

Wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss vergiftet und der letzte Fisch gefangen ist, dann werdet ihr vielleicht einsehen, dass man Geld nicht essen kann. (Indianische Weisheit)

Ganz schlimm war jedoch Yvon, ein Südfranzose, der es hier im Dorf gerade mal so lange aushielt, bis er von sich behaupten konnte: „Mission accomplished“, oder vielmehr „mission accomplie!“. Yvons Mission bestand darin, gut zwei Dutzend Bäume auf seinem Grundstück niederzumetzeln, weil sie ihm angeblich die Sonne nahmen, die er von der Côte d’azur her gewohnt war. Wobei sich bei mir oft die Frage gestellt hat, warum er dann nicht gleich im Süden Frankreichs geblieben ist. Einmal stellte ich Yvon zur Rede und fragte ihn, warum er um Himmels Willen denn die ganzen Bäume abholze?. Seine Antwort ist bei uns zum geflügelten Wort geworden: „Because it keeps me busy.“ Noch Fragen? Als Yvon mit seiner ewigen Sägerei schließlich sämtliche Nachbarn vergrault hatte, verkaufte er sein Haus wieder und zog in den Norden Kanadas. Dort wird er jetzt vermutlich Wälder roden oder auch Flüsse begradigen, vielleicht auch einen See trocken legen. Egal.

Übrigens war es Yvon, der so lange nach der Polizei und Feuerwehr rief, wenn der Nachbarhund bellte oder der andere Nachbar ein Lagerfeuer machte, bis die Polizei irgendwann tatsächlich ausrückte. Allerdings ging der Schuss nach hinten los und Yvon wurde verwarnt. Werde er noch einmal grundlos die Feuerwehr rufen, müsse er von jetzt an jedes Mal für den Einsatz der Spritzenmänner bezahlen. Dann war Ruhe.

Auto abschließen, sonst droht Strafe

Ganz offensichtlich gibt es eben doch Gesetze in Kanada. Aber meistens trifft es die Falschen. Ich hatte hier im Blog neulich schon mal von einem Verbotsschild berichtet, das bei uns den Ortseingang ziert und davor warnt, den Rasen zu wässern oder Blumen zu gießen. Dieses Schild ist übrigens vor zwei Tagen mit einem weiteren Schild ergänzt worden. Jetzt dürfen immerhin die Blumen gegossen werden, der Rasen aber nicht gesprenkelt.

Schwer nachvollziehen, was sich die Gesetzesmacher hier so alles ausdenken. Die Nummer neulich mit dem Strafzettel nach dem Kino passt ja auch voll in dieses Muster. 52 Dollar für eine Autotür, die nicht abgeschlossen war! Dabei werde ich immer wieder auf den Film von Michael Moore angesprochen, der behauptet hatte, in Kanada würden die Menschen nicht einmal ihre Haustür abschließen. Dream on, Mike!

In den Krallen der Québecker Sprachenpolizei

Ganz schräg sind in der Provinz Québec die Sprachengesetze. Weil vor allem die Politiker panische Angst davor haben, die französische Sprache könnte im Meer der englischen Sünde verloren gehen, hatten sie 1977 ein Gesetz eingeführt, das im Grunde genommen lachhaft ist. Die „Bill 101“ schreibt beispielsweise vor, dass auf Stoppschildern nicht STOP stehen darf, sondern ARRÊT. Verkäufer in Québecker Geschäften sind verpflichtet, ihre Kunden zuerst mit einem „Bonjour“ und dann erst mit „Good Morning“ zu begrüßen.

Auch vor den Auszeichnungen der Handelswaren in den Läden macht das Gesetz nicht halt. Die englischsprachige Beschriftung darf höchstens halb so groß sein wie die französische, sonst greift die Sprachenpolizei ein. Die gibt es hier wirklich. Sie nennt sich zwar offizielll‘Office québécois de la langue française“, hat aber de facto längst Polizeifunktion übernommen. So wurde vor Jahren einem Schweizer Konditormeister mit hohen Geldstrafen, notfalls auch Gefängnis, gedroht, falls er seine englischsprachigen Verkaufsschilder nicht abändert. Der Mann hatte daraufhin die Faxen dicke und verkaufte seinen Laden.

Der wahre Spruch des Alten Fritz

So viel also zum Thema „In Kanada ist die Freiheit noch nicht ausverkauft“. Dabei fällt mir eben der etwas krude Spruch meines leider verstorbenen Freundes Fritz ein. Er war als Dichter, Maler und Buchautor noch im hohen Alter wagemutig genug gewesen, von Deutschland nach Kanada auszuwandern. Von ihm stammt das Zitat: „Arschlöcher gibt es überall auf der Welt. In Kanada wohnen sie nur ein bisschen weiter auseinander.“

Hmmm. So weit auseinander dann auch wieder nicht.

Bärengeschichten aus Grevenbroich

„Wir haben ca. 8-10 Schwarzbären gesehen, Bergziegen, Wapitihirsch, Coyote, Mücken, Buckelwale – keine Elefanten. Ich bin ziemlich sicher, dass die Natur in Kanada erfunden wurde. Das war wirklich sehr schön, sehr sehr schön. Aber: ich glaube, mir gefällt das nur im Sommer…“

Mein befreundeter Kollege Stefan hat mich mit dieser Mail ins Grübeln gebracht und auch ein wenig traurig gemacht. Eben aus seinem Urlaub in British Columbia zurück, muss ich mir ausgerechnet von einem Greenhorn aus Grevenbroich in den Blog diktieren lassen, was einem so alles über den Weg läuft, wenn man durch Kanada reist und nur die Augen aufmacht. Mein Freund Frank aus Köln streut noch zusätzlich Salz in meine Wunde. Auch er hat gerade drei Wochen Westkanada hinter sich und kündigte bereits an: „Ich werde dir da auch noch ein paar Geschichten dazu erzählen…“

Im Angesicht des Bären einfach totstellen

Wie kommt’s? Stefan und Frank waren, unabhängig voneinander, lediglich für ein paar Wochen in Kanada und haben vermutlich mehr Bären gesehen als ich in den letzten 30 Jahren. Dabei muss ich gestehen, dass ich eine regelrechte Bären-Obsession habe. Ich liebe den Anblick eines so mächtigen Tieres und musste einem kanadischen Freund versprechen, vor meinem ersten Campingtrip in Manitoba sogar einen Crashkurs im Umgang mit Bären zu absolvieren. Wichtigstes Gebot: „Bei einsamen Wanderungen unbedingt Krach machen!“ Aber die Blechdose, die ich daraufhin hinter mir herzog, kam bei meinen Wanderfreunden nicht immer gut an. Deshalb habe ich mich aufs Pfeifen verlegt – etwas, das Lore heute noch zur Weißglut bringt. „Du musst hier im Haus keine Bären vertreiben“, sagt sie dann schon mal, wenn ich sie zu sehr damit nerve. Noch eine Lektion aus dem Bären-Crashkurs von Manitoba: „Beim Anblick eines Bären ja nicht mehr bewegen. Am besten totstellen“. Doch so weit ist es nie gekommen. Heute würde ich mich ja schon totstellen, wenn ich damit einen Bären ANLOCKEN könnte, geschweige denn vertreiben.

Wenn die Mutter der Tochter Honig ums Maul schmiert

Dabei fällt mir eine Geschichte ein, die damals in allen Zeitungen stand: Eine Amerikanerin, die mit ihrer kleinen Tochter durch die kanadischen Rockies reiste, wollte um jeden Preis ein Bärenfoto als Souvenir. Also schmierte sie dem Mädchen buchstäblich Honig ums Maul und ließ die Kleine an einer Stelle posieren, wo kurz zuvor ein Bär gesichtet worden war. Die Rabenmutter stellte sich mit gezückter Kamera daneben und wartete auf den Bär. Zu der unheilvollen Begegnung kam es gottseidank nicht. Ein Parkranger war Zeuge dieses obskuren Fotoshootings geworden und alarmierte die Polizei.

Grizzly mit Baby am Alaska Highway (Suchbild)Mögen Geschichten wie diese auch noch so exotisch klingen, meinem Ruf als Grizzly Adams aus den Bergen nützen sie wenig. Die Frage, die mir bei meinen Besuchen in Deutschland mit am häufigsten gestellt wird, lautet nach wie vor: „Hast du denn schon mal Bären gesehen?“ Und immer muss ich etwas verlegen, aber wahrheitsgemäß antworten: „Ja, schon. Aber das ist schon eine Weile her.“ Ist es auch. Den letzten Bären habe ich vor genau sieben Jahren am Rande des Alaska-Highway gesehen. Aber es war ein ausgewachsener Grizzly mit einem Bärenjungen und diese Kombination allein zählt schon mindestens dreimal. Und weil ich aus Prinzip nicht in den Zoo gehe, wo wilde Tiere im Gehege eingesperrt sind, habe ich seither keinen einzigen Bären mehr zu Gesicht bekommen. Waschbären schon, aber eben keine Schwarzbären und gleich gar keine Grizzlies.

Die Geschichte vom Bär und dem Vogelhäuschen

Dabei gibt es Schwarzbären auch hier im Osten Kanadas, jede Menge sogar. Das hat uns Monsieur Bertrand, unser Seenachbar, vor ein paar Tagen auch bestätigt. Neulich habe sich ein ausgewachsener Bär an seinem Vogelhäuschen zu schaffen gemacht und dabei die Stange, auf der das Häuschen sitzt, fast zum Knicken gebracht. Um schlimmeres zu verhindern hat Monsieur Bertrand dann seine Schrotflinte aus dem Keller geholt und ein paar Warnschüsse in die Luft abgegeben. Daraufhin ist der Bär in den Wald verschwunden. In der Nacht kam er dann aber zurück und nahm sich das Vogelhäuschen noch einmal vor, diesmal aber richtig. Und zum Trotz pflügte der große Schwarze dann noch mit seinen Bärenpfoten den Rasen um.

Bei mir? Außer hier und da mal ein paar Haufen Bärendreck im Wald: Fehlanzeige. Vielleicht sollten Frank aus Köln oder Stefan aus Grevenbroich uns Kanadiern mal Bärspäh-Nachhilfenterricht erteilen.

Blog-Schock am Morgen

Ganz ehrlich? Die zahlreichen Reaktionen auf meinen kleinen Kanada-Blog („My little dog-and-pony-show“, würde David Letterman sagen) haben mich total überrascht und auch ein bisschen berührt. So viel Anteilnahme an unserem Leben in Kanada hätte ich nicht erwartet. Nach gerade mal sieben Posts war meine Mailbox bereits heute früh zum Bersten voll – wie schön! Es freut mich, dass offensichtlich so vielen von euch meine kleinen Schmankerln aus dem ganz normalen kanadischen Wahnsinnsalltag gefallen. Nach so vielen Jahren in Hörfunkstudios und Seminarsälen hatte ich schon fast vergessen, wie viel Spaß das Schreiben machen kann. Jetzt habe ich den schönsten Beruf der Welt eben ins Internet verlegt.

Das beste daran: Ich kann endlich ohne Zeitdruck schreiben, muss keine Themenvorgabe beachten und auch keine journalistischen Grundsätze einhalten. Auf meiner eigenen Plattform darf ich (hoffentlich!) ungestraft Information und Meinung vermischen, Spekulationen anstellen und bei den Fotos sogar auf die im Onlinejournalismus vorgeschriebenen ALT-Tags verzichten. (SeminarteilnehmerInnen: bitte weghören!) Nur einem journalistischen Prinzip werde ich auch auf dieser Spielwiese treu bleiben: Was wahr ist, muss wahr bleiben.

Mein Uralt-Kumpel Börnie sorgt sich um mich von seiner Allgäu-Ranch aus: das willst du jetzt täglich machen? immer eine neue geschichte? wäre mir zuviel arbeit. aber vielleicht ist täglich ja auch nicht nötig. ich habe deinen dienst jedenfalls jetzt mal abonniert und werde ihn immer mal wieder überfliegen. das meiste aus deiner privatsphäre kenne ich ja sowieso schon, außer wenn du in neuen filmen warst.“

Na bitte. Jetzt weiß Börnie eben auch so weltbewegende Dinge, wie oft ich im Kino war und ob es sich gelohnt hat, $ 5.99 für einen eher peinlichen Chick-Flick hinzulegen. Ob der Blog täglich, wöchentlich oder alle drei Tage erscheint – das wird sich zeigen. Schließlich peile ich damit kein Geschäftsmodell an. Auch das empfinde ich als einen Luxus, den ich nie hatte: Ich gönne mir künftig die Freiheit, den Erscheinungsrhythmus selber zu bestimmen.

Ahhh … die Gnade des Alterns.

„Cheapy Tuesday“ im Vorstadt-Kino

Wir lieben Kino! Im Winter kann es passieren, dass wir uns zweimal pro Woche einen Film ansehen. Im Sommer bleibt es meistens bei einem Kino-Abend. Manchmal lassen wir auch eine Woche ausfallen, aber das kommt eher selten vor. Am liebsten sehen Lore und ich Québecker Filme. Es sind meistens keine schönen, ästhetisch wertvollen Filme. Dafür sind sie schräg und kommen aus dem prallen Leben. „Bon Cop. Bad Cop“ ist so ein Film. Er erzählt die Geschichte einer, in Deutschland würde man sagen, „multikulturellen“ Polizistenbesetzung. Weil die Leiche just an der Grenze zwischen den Provinzen Québec und Ontario gefunden wurde, können sich die Cops nicht darauf einigen, in wessen Hoheitsgebiet nun die Ermittlungen fallen. Also machen sich zwei Beamte aus je einer Provinz gemeinsam an den Fall. Der eine Bulle kommt aus Québec, der andere aus der Nachbarprovinz Ontario. Québec und Ontario haben ein sehr spezielles Verhältnis zueinander, das macht die Ermittlungen nicht einfacher. In Québec regiert die Lebenslust, in Ontario das Geld. Es macht einfach mehr Spaß, in einem Montréaler Straßencafé ein gepflegtes Glas Weißwein zu trinken als irgend einen Schlonzdrink in Hawkesbury aus dem Pappbecher. Egal.

Dienstag ist bei uns „Cheapy Tuesday Movie Night„. Kinobesuche kosten dienstags nur $ 5.99 $ statt $ 12.25. Mehr Unterhaltung für weniger Geld geht nicht. Da geht dann auch nicht gleich die Welt zugrunde, wenn der Film nicht immer ganz großes Kino ist. „Not even a rental„, sagt unser Freund Doug zu solchen Schinken, die man am besten schnell wieder vergisst.. Es lohnt sich nicht einmal, sie im Videostore auszuleihen. Gestern war wieder „Cheapy Tuesday„, Zeit für Lore und mich, uns auf den Weg ins „Colisée Kirkland“ zu machen. Das ist ein Vorstadtkino, das auf den ersten Blick tatsächlich etwas von einem Amphitheater hat. Eine riesige Beton-Auster mit zwölf prächtig ausgestatteten Kinosälen und einem großen Spielbereich. Hier wird geflippert und geballert, es werden virtuelle Autorennen gewonnen und verloren. Vor allem aber wird viel Geld ausgegeben. Und weil die Preise dienstags erschwinglich sind, stapeln sich entsprechend viele Teenager vor dem Kino, im Spielbereich, an den Fastfood-Kiosken und natürlich in den Kinosälen selbst.

„THE HELP“: Schluchzen erlaubt

Gestern haben wir „The Help“ gesehen. Es ist ein brandneuer Film mit Emma Stone in der Hauptrolle. Der Film spielt in den sechziger Jahren im super rassistischen Mississippi, dauert zweieinhalb Stunden und hat wunderschöne Momente. Aber er bringt inhaltlich nichts, das man nicht schon irgendwo anders gesehen hätte. Eine Mischung aus „Vom Winde verweht“ und „Driving Miss Daisy“. Schwarz-Weiß in Farbe, alles wunderbar gedreht und mit einer tollen Besetzung. Aber von der Story her nichts Atemberaubendes. Ein schöner „Tearjerker„, bei dem viel geschluchzt wurde. Ist ja auch klar, wenn unmittelbar vor einem auf der Leinwand solche Ungerechtigkeiten passieren. Aber bei einem Eintrittspreis von $ 5.99 kann man sich schließlich auch noch ein paar Tempotaschentücher zum Popcorn leisten. Gestern hat es sich also auf jeden Fall gelohnt, den Film zu sehen. Vor etwa drei Wochen dagegen überhaupt nicht. Da haben wir uns „Bad teacher“ angesehen. Bad? Bader geht’s gar nicht. Nicht nur dass Cameron Diaz eine Katastrophe war. Nach dem Ende des Films hat der eigentliche Ärger erst richtig begonnen.

Achtung! Vorstadt-Detektive im Einsatz

Ohnehin schon mächtig enttäuscht von diesem unnötigen Hollywoodschinken, entdeckten wir nach der Rückkehr zum Auto einen Strafzettel. Der klebte nicht etwa an der Windschutzscheibe unseres kleinen Smart-Cabrios, sondern lag IM Auto, AUF dem Fahrersitz. Irgendwelche Vorstadtbullen hatten an diesem Abend wohl nichts Besseres zu tun, als sich an die Türen der Autos auf dem Kinoparkplatz zu machen. War eine Tür versehentlich nicht abgeschlossen, wie bei uns, gab’s ein Ticket. Angeblich will man damit potenziellen Autodieben den Wind aus den Segeln nehmen. Ich empfinde die Art und Weise, wie und vor allem wo der Strafzettel deponiert wurde – in meinen vier Autowänden! – als eine ungeheuerliche Verletzung meiner Privatsphäre. Und erst richtig in Rage sind wir gekommen, als wir den Betrag auf dem Strafzettel lasen: 52 Dollar. Das sind mehr als acht Cheapy-Tuesday-Kinobesuche. HELP!!