
Wer braucht schon Google, wenn es den Blog gibt? „Hallo Norwegen, bitte melden!“ hieß es an dieser Stelle vor einer Woche. Es war ein Appell an die Person, die einmal täglich von Norwegen aus den Canada-Blog anklickt. Dass es den mysteriösen Klicker gibt, hat uns das schlaue Analytik-Programm von WordPress verraten. Nur: Wer dahinter steckte, das wussten wir bisher nicht. Jetzt ist das Rätsel gelöst.
Tief in den norwegischen Fjorden haben wir die Stecknadel im Heuhaufen gefunden. Die Blog-Leserin heißt Diana, stammt ursprünglich aus Berlin und lebt seit einiger Zeit in Møre og Romsdal. Hier ist die Mail, die sie uns auf den Aufruf hin geschickt hatte:
Diana wundert sich: „Bin ich hier die Einzige?“
Ja, ich verfolge regelmäßig Ihren Blog und freue mich immer darauf, da ich Ihre Art zu schreiben sehr mag. Ich war völlig überrascht heute die norwegische Flagge in Ihrem Blog zu entdecken und offenbar die Einzige zu sein, die aus Norwegen mitliest. Ein wenig erschreckt hat es mich dann doch auch, da ich mir natürlich nicht bewusst war, dass mein „Mitlesen“ registriert wird. Mein Schmunzeln ist jedoch nach wie vor auf meinem Gesicht erkennbar, da ich so eine Art Interaktion natürlich nie erwartet hätte.
Verwandtschaft in Montreal … und dem Rest der Welt
Um ganz kurz Ihre Neugier zu stillen, schreibe ich am besten kurz etwas zu meiner Person. Geboren und aufgewachsen bin ich in Berlin und nach einem Jahr Schüleraustausch in den USA (New Hampshire´95/´96), stand für mich fest, dass ich in Deutschland nicht alt werden möchte. Meine Familie mütterlicherseits war schon immer ziemlich „umtriebig“ und ist gut in der Welt verteilt (u.a. entfernte Verwandte in Montreal, denen ich auch einen Kurzbesuch damals abgestattet habe).
Norwegisch – ein bisschen wie Polnisch rückwärts
Vor 5 Jahren zog es mich dann gemeinsam mit meinen Mann nach Møre og Romsdal in Norwegen. Das Interesse für Kanada bzw. Nordamerika wurde nach dem „High-School“-Jahr geweckt, aber meine realistische Seite ließ es doch nicht zu, diesen Schritt zu wagen. Da die EU aus meinen Augen keine Alternative bietet, haben wir uns für Norwegen entschieden und als erstes musste ich feststellen, dass die norwegische Sprache nicht zu den leicht erlernbaren Sprachen zählt (in der Theorie schon, aber nicht in der Realität, da die vielen Dialekte einem das Leben schon arg schwer machen).
Sonntags bleibt der Schnappsladen geschlossen
Bei Ihrer Passage …“habe noch nie mit einem Norweger getrunken“ musste ich erneut lachen, da das hier ein interessantes Thema ist. Ich habe mich erst nach ein paar Jahren an dieses Thema herangetastet, da die Norweger einen Moment brauchen, bis man in der Nachbarschaft angenommen wird (leider ein großer Unterschied zu Nordamerika). Der Alkoholverkauf ist streng limitiert, d.h. das es in den Supermärkten nur Bier zu kaufen gibt (Mo-Fr 8.00-20.00 & Sa 8.00-18.00) und für die restliche Alkoholsorten ist das „Vinmonopol“ vorhanden (Mo-Fr 10.00-18.00). Der Preis ist selbstverständlich besonders stolz und bringt einen dazu den Besuch aus Deutschland jedes Mal zu „nötigen“, die maximal höchste Menge an Alkohol als Gastgeschenk mitzubringen.
Das soll`s erst mal gewesen sein aus dem noch nicht ganz so frühlingshaften Teil Norwegens und vielleicht lässt sich ja dieser Kontakt noch etwas länger aufrechterhalten! Gruß Diana.
Danke, liebe Diana! Das WorldWideWeb wie es leibt und lebt.


Entschuldigung, aber seitdem wir unterwegs sind, spinnt Petrus ein bisschen: Aus Deutschland meldet mir die Schwester meines Herzens zwar keine „sengende Hitze“, wie damals aus dem doch eher kühlen British Columbia. Dafür berichtet mein ganz persönlicher Wetterfrosch aus dem Allgäu von einem dramatischen Frühlingseinbruch.
Mein viel zu früh verstorbener Freund Bernd aus Winnipeg hatte die Angewohnheit, jedes Telefonat zwischen uns mit dem Wetterbericht zu beginnen. Merkte er, dass der Temperaturenvergleich zwischen Winnipeg, wo er lebte, und Montreal, wo mein Zuhause ist, zu seinen Ungunsten ausfiel, wechselte er oft ganz schnell das Thema. Der Schlawiner in ihm sah es immer gerne, wenn er im Vergleich zu mir weniger Schnee, mildere Temperaturen und weniger Moskitos vermelden konnte. Es sei denn, es hatten sich in Manitoba Rekord-Schneemengen gebildet und die Tageshöchsttemperatur lag bei minus 45 Grad. Das galt dann als exotisch und hatte allein schon deshalb hohen Nachrichtenwert. Journalist eben, der liebe Bernd.
Gerade deshalb finde ich diese Animateure toll. Sie müssen ein Produkt verkaufen, das ziemlich weit weg ist von dem, was sie selber antörnt. Da ist Fantasie gefragt. Es genügt nicht einfach, dem vorbeimarschierenden Touristen ein Visitenkärtchen mit den Öffnungszeiten des zu bewerbenden Lokals in die Hand zu drücken. Da müssen Sprüche her. Kalauer, die schon so zopfig sind, dass man sie gerne unter der Sprachkategorie „kultig“ abspeichern möchte.