Per Mausklick um die Welt

Es ist mal wieder soweit: Ein Deutschlandflug steht bevor. Nur: Mit welcher Airline? Und zu welchem Preis? Der wiederum hängt nicht nur mit der Airline zusammen, sondern auch mit der Internetseite, auf der Sie buchen.

Hier ist eine Auswahl von Links, die ich nach und nach gesammelt habe:

  • Liste aller Airlines der Welt
  • cheaptickets   Schnäppchen – nicht nur Last Minute
  • Hotwire.com   Discountflüge mit gelegentlich wirklich tollen Angeboten
  • Expedia           Eine der ältesten und bekanntesten Travel-Seiten
  • Travelzoo       Immer gut für Schnäppchen-Reisen
  • Megaflieger   Discounter-Reisen wie ALDI, Tchibo etc.
  • Billigfliegervergleich   Hier werden Flugpreise verglichen
  • Farecompare                 Hoch gelobte Vergleichsseite für internationale Flüge
  • momondo                       Sucht Flüge auf 685 Reiseseiten
  • Seatguru                        Bei welcher Airline sitzt man wo am besten?
  • flightradar24                  Aktuelle Flugzeugpositonen weltweit

Bestimmt kennen Sie auch die eine oder andere Booking-Seite. Wollen wir teilen?

Mail an: bloghausmail@herbertbopp.com genügt. Ich stelle Ihre Tipps gerne auf die Kommentarseite.

5-Sterne-Hotel? Wir doch nicht!

Neues aus dem „Selbstbedienungsladen Politik“: Weil der kanadischen Ministerin für Internationale Entwicklung das ihr zugewiesene Fünf-Sterne-Hotel in der Londoner Innenstadt nicht gut genug war, zog sie kurzerhand ins noch viel feinere „Savoy“ um. Dort kostet die Nacht 665 Dollar. Das Glas O-Saft zum Frühstück gibt’s schon für 16 Dollar.

Gerade noch gut genug: Das "Savoy"-Hotel

Aber wo ist das Problem? Der kanadische Steuerbezahler wird’s schon richten. Der kommt selbstverständlich auch für die Stornogebühr von $ 287 auf, die durch den Umzug der Dame entstanden war. Und während das ursprünglich gebuchte „Grange St. Paul’s Hotel“ Teil des Kongresszentrums ist, das Ministerin Bev Oda in London aufsuchte, ist es zum „Savoy“ ein Stückchen weiter. Macht nichts. Dafür gibt’s ja Luxuslimousinen. Für 1000 Dollar pro Tag.

Macht und Geld, heißt es, versauen den Charakter. Über den Charakter von Bev Oda kann ich nur spekulieren. Aber was ich jetzt höre, untermauert mal wieder die Theorie von der Selbstbedienungs-Mentalität vieler kanadischer Politiker, die glauben, das Geld wachse auf Ahornbäumen, die man nur anzapfen müsse.

Minister MacKay

Dazu gehört auch ein Helikopterflug, der offensichtlich nötig war, um den kanadischen Verteidigungsminister von einer abgelegenen Fishing-Lodge zu einem „offiziellen“ Grillabend mal kurz in die Stadt zu fliegen. Die Kosten dafür schlagen beim Bund mit 16 000 Dollar zu Buche. Dass es sich bei dem Chopper um einen der wenigen Rettungshubschrauber handelte, mit dem Menschen geborgen werden, die auf hoher See in Not geraten, sei hier nur am Rande erwähnt.

In beiden Fällen weigerte sich Premierminister Harper übrigens, die Prasser, wie von der Opposition gefordert, zu entlassen. Kein Wunder: Er selbst ist auch nicht zimperlich, wenn es um den „SB-Laden Kanada“ geht. Im Vorjahr reiste er mal kurz zu einem Eishockeyspiel nach Boston. Kosten: 11 000 Dollar. Ganz der Hockey-Dad, als der er sich gerne verkauft, durfte sein Töchterlein sogar mit auf die Reise.

Bev Oda: Liebt Luxus und Limousinen

In allen Fällen boten die Ertappten zwar später an, ihren Anteil für die Hotel- und Reisekosten aus der eigenen Tasche zu bezahlen. Aber eben erst, nachdem ihnen die Medien auf die Spur gekommen waren. Besonders pikant wird der ausschweifende London-Besuch der Ministerin Oda vor dem Hintergrund der kürzlich beschlossenen Budget-Beschränkungen: 380 Millionen Dollar weniger sollen künftig in ihr Ministerium fließen. Freilich ein vergleichsweise kleiner Beitrag, um vom kanadischen Haushaltsdefizit herunter zu kommen. Das beträgt zurzeit 31 Milliarden.

Anlass ihres London-Besuchs war übrigens eine Konferenz über Impfungen in Drittweltländern. Auch einen Grund für den spontanen Hotelwechsel haben fixe Reporterkollegen ausgemacht: Im ursprünglich gebuchten „Grange St. Paul’s“ gab’s für Madame leider kein Raucherzimmer.

Ein Mensch mit Geschichten

Talker, Warner, Unterhalter: Bernd Dassel

Die besten Geschichten entstehen dann, wenn Menschen sich für Menschen interessieren. Und wenn sich diese Menschen dann deren Geschichten erzählen lassen. Mein Freund und Kollege Bernd Dassel beherrscht diese Kunst wie kaum ein Anderer. In den vergangenen zehn Jahren hat er genau 131 Mal „Menschen mit Geschichten“ zu seinem „Talk im Bock“ eingeladen. Jetzt ist Schluss. Aus gesundheitlichen Gründen zieht sich der Mensch Dassel auf seinen Bauernhof in Bettelhofen zurück. Talken sollen künftig andere, wenn sie wollen. Vor allem aber: Wenn sie können.

Es war kurz nach den Terroranschlägen in New York, als Bernd mich zu seinem damals noch sehr jungen „Talk im Bock“ einlud. Ich hatte für den WDR gerade zehn Tage lang aus der verwundeten Stadt berichtet, die von Al Kaida-Fanatikern angegriffen worden war. Viele Menschen waren in den mittelalterlichen „Bockturm“ gekommen, um einem Augenzeugen zuzuhören, wie er 9/11 erlebt hatte.

Moderator Dassel. Gast Bopp.

Dabei war meine eigene Aufgabe durchaus überschaubar: Ich musste lediglich erzählen, was ich in New York gesehen, gehört, empfunden hatte. Dass dieses Gesehene, Gehörte, Empfundene die Menschen im Bocksaal so tief berührte, dass Tränen flossen, ist nicht zuletzt dem Mann zu verdanken, der mich interviewte. Bernd Dassel hat es verstanden, durch kluge und einfühlsame Fragestellung Antworten aus mir herauszudestillieren, die ohne sein Moderationsvermögen nicht gekommen wären.

Aber die ganz großen Fragen, die ganz großen Themen, die ganz großen Namen, die kamen allesamt nach mir: Ein Astronaut (Reiter) und ein späterer Bundespräsident (Gauck), ein Bundesliga-Fußballer (Lahm) und zwei Championsleague-Talker (Plasberg, Kleber). Dazwischen immer wieder ein beeindruckendes Aufgebot an Denkern, Stars, Weltverstehern, Gut- und -Machtmenschen. Am liebsten, sagte mir Bernd oft, sei ihm eine Sorte Mensch gewesen: Menschen mit Geschichten.

Auf Augenhöhe mit dem Sohn des Kanzlerspions Guillaume

Heinz Schön, etwa, der die Tragödie der „Wilhelm Gustloff“ überlebt hat. Pierre Boom, der mit der Bürde leben muss, der Sohn des Kanzlerspions Guillaume zu sein. Die Freifrau zu Guttenberg, die nicht als Gattin eines gefallenen Ministers nach Leutkirch gekommen war, sondern als eine Frau, die sich der Hilfe von Kindern verschrieben hat.

Gregor Gysi kam genauso in den Bocksaal wie der „Euro-Vater“ Theo Waigel oder der Mann, nach dem eine Rente benannt ist: Walter Riester. Die Letzte, die Bernd Dassel in der vergangenen Woche interviewt hat, war eine veritable Fee, wenngleich eine Wetterfee: Claudia Kleinert. Und natürlich entlockte Bernd Dassel auch ihr wieder Geschichten und zauberte damit den Menschen im Saal ein Lächeln ins Gesicht.

Kaum zu glauben, dass diese Stars, diese Reichen, Berühmten und Mächtigen, ohne Aussicht auf mediale Verbreitung ins beschauliche Leutkirch gekommen waren. Der „Talk im Bock“ wurde weder im Fernsehen übertragen, noch im Radio gesendet. Ein paar Dutzend Zuhörer im Publikum, das war’s. Gelegentlich, wenn der Andrang zu groß war, wie etwa bei der erst gefeierten, dann gefallenen „schönen Landrätin“ Gabriele Pauli, musste die Veranstaltung in die Stadthalle verlegt werden. Dann kamen viele Hundert und hingen Dassel und seinen Gästen an den Lippen.

Hunderttausende an Spenden für die Welt, aber Null Honorar für den Moderator

Bockturm in Leutkirch

Wer Gast im „Talk im Bock“ war, durfte die Spendentrommel rühren und den Zweck dafür selbst bestimmen. Rund 411 000 Euro sind so im Laufe der Jahre zusammen gekommen. Dabei gestattete sich der Mann, der dies alles möglich gemacht hat, leer auszugehen. Die 131 Talks bestritt der hochkarätige Radio- und Fernsehmann Bernd Dassel ohne einen Cent Honorar. Das Geld für Hotelübernachtungen und Reisekosten seiner Gäste übernahmen loyale Sponsoren aus Leutkirch und Umgebung. Eine Handvoll Männer und Frauen, die ähnlich ticken wie mein Kumpel – allen voran seine Frau Astrid Bernecker -, halfen Bernd bei der Organisation. In den Talk-Pausen spielte die fabelhafte Band „Just Friends“. Der Eintritt zu den Veranstaltungen war stets kostenlos. Unterhaltung auf hohem Niveau zum Nulltarif. So wollte es Bernd, so sollte es sein.

Ob der „Talk im Bock“ fortgeführt wird – und wenn ja, in welcher Besetzung – darüber werden sich jetzt einige Menschen ihre Köpfe zerbrechen müssen. Ich würde es Bernd wünschen, dass seine Philosophie vom „Gespräch auf Augenhöhe“ Bestand haben wird.

Dass solche Gespräche nur möglich sind, wenn sie von Menschen geführt werden, die sich für Menschen interessieren, sollte jedem klar sein, der sich traut, Bernd Dassels Nachfolge anzutreten.

Mein neues Baby ist da!

Ich hab’s getan. Und fühle mich kein bisschen schlecht dabei. Im Gegenteil: „Du strahlst ja, als kämst du direkt aus dem Bonbonladen“, freut sich der Sohn. Und die Frau an meiner Seite wähnt mich ohnehin schon seit Stunden im siebten Himmel. Kein Wunder: Mein jüngstes Baby hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Ein Ende der Glückseligkeit ist nicht in Sicht.

Mein Kleiner wiegt gerade mal drei Pfund und heißt MacBook Air. Nach fast 30 fetten PC-Jahren habe ich mich für die schlanke Version entschieden und den coolsten Laptop gekauft, den ich je hatte. Und das will etwas heißen.

Der Erste: TRS-80 von Radio Shack

Schon 1983 läutete ich das Computerzeitalter mit einer Plastikbox mit dem schönen Namen TRS-80 Model 100 von RadioShack ein. Danach kamen zahllose Desktopgeräte und Notebooks. Mit vielen Glücksmomenten und fast genau so vielen Abstürzen.

Dass die PC-Ära, zumindest im Notebook-Bereich, seit heute der Vergangenheit angehört, hat nicht nur technische Gründe. Es ist auch eine Frage der Ästhetik. Ein Apple-Computer ist mehr als ein Werkzeug, mit dem man im Internet surfen und Blogs schreiben kann. Ein Mac ist ein Meisterwerk, „A Piece of Art“, wie mir mein Londoner Freund Mike eben per Skype beipflichtet.

Der neue: MacBook Air

So dünn. So schön. So geschmeidig. Und dabei mit einem Muskelpaket ausgestattet, das Arnie wie den Suppenkasper aussehen lässt. Der Mac ist wie eine tolle Frau. Er kann alles. Und er verzeiht alles. Geht charmant über die Unsensibililäten meiner Ummendorfer Wurstfinger hinweg. Ermahnt mich nicht, wie Windows das gerne tut. Und strahlt mich mit seiner beleuchteten Tastatur an wie ein Honigkuchen auf Steroid.

Dabei hätte ich ums Haar den Bogen wieder nicht gekriegt. Noch vorgestern siegte der Bedenkenträger in mir, der sich zum hundertsten Mal von der angeblichen Unverträglichkeit von Windows-Programmen mit Apple-Produkten einschüchtern ließ und erneut einen PC ins Haus schleifte. Diesmal war es ein schlankes Ultrabook von Hewlett Packard, ein wirklich feines Teil. Nur: So richtig glücklich machte mich das Neue nicht. Zu sperrig im Anschlag, zu düster im Display, zu naseweis. Zu Windows eben.

Der Weg zurück in den Computerladen ist mir nicht leicht gefallen. „Wo ist das Problem?“, will die Managerin wissen, die zur Geldrückgabe an die Kasse kommen musste. „Das Problem ist, dass der Laptop hier zwar so tut, als wäre er ein Mac, in Wirklichkeit aber immer noch ein PC ist.“ „Und was ist so schlimm an einem PC?“, will die Computerfrau jetzt wissen. „Niiiichts!!!! Gar nichts!.“

Nur, dass es eben kein Mac ist.

Die Ekelshow von Oslo

Es gibt Zeiten, da bin ich nicht besonders gut auf manche meiner Kollegen zu sprechen. Sie mögen es mir verzeihen, wenn ich sie heute mal ins Visier nehme. Es geht um den Hype, der um Ereignisse gemacht wird und darum, Menschen eine Plattform zu bieten, die sie nicht verdient haben. Es geht um den Massenmörder von Norwegen.

Schon bei dem Begriff „Massenmörder“ fängt es an. Genau genommen darf ich dieses Monster von Mensch gar nicht als „Mörder“ bezeichnen, gleich gar nicht als „Massenmörder“. Breivik ist noch nicht strafrechtlich verurteilt. Somit wäre er genau genommen ein „mutmaßlicher Massenmörder“. Aber das hier ist ein Blog und kein tagesaktuelles Nachrichtenportal, auf dem Information und Meinung getrennt werden müssen. Deshalb nehme ich mir die Freiheit, Begriffe nicht auf die Goldwaage zu legen. Jemand, der junge Menschen wie Hasen jagt, schließlich 77 von ihnen erschießt und jetzt vor Gericht bedauert, dass es nicht mehr Opfer gegeben hat, verdient in meinen Augen keine politisch korrekte Bezeichnung. Er ist ein Massenmörder.

Die Tat selbst ist verabscheuungswürdig genug. Aber damit hört die Ekelshow nicht auf. Jetzt darf sich Breivik vor einem Weltpublikum ungestraft mit Hitlergruß und Durchhalteparolen inszenieren. Er darf es nicht nur, er kann es auch. Weil viele meiner Kollegen sein perfides Spiel mitmachen.

Hunderte von ihnen sind nach Oslo gereist, um einem Mann an den Lippen zu hängen, der Dutzende von Menschenleben ausgelöscht hat und sich auch noch damit brüstet. Er darf rassistische Parolen von sich geben und Werte wie Multikulturalismus und menschliche Harmonie auf infame Art ins Lächerliche ziehen. Und Hunderte von Journalisten schreiben mit, zeichnen auf, senden.

Es wäre nicht nur dumm, sondern unverständlich und in höchstem Masse unprofessionell, würde ich nicht hinter der freien Meinungsäußerung von Menschen stehen, in diesem Fall auch von Journalisten. Aber ich finde, bei Horrorveranstaltungen wie dieser, müssten Kompromisse erlaubt sein.

Anstatt die nächsten zehn Wochen lang Tag für Tag jedes gedachte Komma dieses menschenvernichtenden Verbrechers nachzubeten, müsste es doch genügen, in abgespeckter Version der journalistischen Chronistenpflicht nachzukommen. Zum Beispiel so:

  • Ein Bericht über den Prozessauftakt
  • Ein Bericht über die Aussagen der Gutachter
  • Ein Bericht über das Plädoyer des Staatsanwalts
  • Ein Bericht über das Plädoyer der Verteidigung
  • Ein Bericht über das Urteil samt Urteilsbegründung
  • Ein Bericht über Reaktionen aus dem Volk

DIE ZEIT, das Leitmedium in Fragen journalistischer Ethik, vertritt in ihrer heutigen Online-Ausgabe die These: „Nur die Beschäftigung mit dem Furchtbaren führt zu Erkenntnis. Die Augen zu verschließen, macht blind.“ Stimmt. Aber deshalb müssen wir uns noch lange nicht von einem Monster namens Breivik durch journalistische Dauerberieselung zum Sprachrohr des Bösen instrumentalisieren lassen.

Medienschaffende werden nun auf die freie Wahl bei der Konsumierung von Presseberichten, Nachrichtenfilmen und Hörfunkreportagen verweisen. Stimmt. Keiner zwingt uns, jedes Wort zu lesen, das Breivik in den nächsten zehn Wochen von sich gibt. Aber wir alle wissen, es wird kaum ein Weg daran vorbeiführen. Das Bombardement der Prozessberichterstattung wird zur Pflichtlektüre werden, weil Breivik es verstehen wird, die Nachrichtensender Geisel zu nehmen. Nur: Dazu gehören zwei. Nachrichtensendungen sind keine Einbahnstraße. Einer sendet, einer empfängt.

Ich werde zwar nicht die Augen verschließen. Aber versuchen, die nächsten Wochen und Monate meinen Breivik-Empfänger auf stumm zu schalten.