So viel Resonanz wie auf meine Ankündigung, demnächst den Jakobsweg zu wandern, gab es noch nie seit dem Bestehen dieses Blogs. Und das sind jetzt immerhin fast acht Jahre.
Dabei sind die Kommentare zum Blogpost nur ein kleiner Teil der Reaktionen. Es gab Anrufe, Facebook- und Instagram-Nachrichten, eMails und jede Menge Whatsapp-Messages. Einhelliger Tenor: „Ihr schafft das!“
Aufmunternde Worte kamen von ehemaligen Kollegen, Freunden und Bekannten. Aber auch von Menschen, denen ich noch nie im Leben begegnet bin.
Eine Blogleserin aus Thailand, die den Camino de Santiago de Compostella schon mehrfach gewandert ist, schreibt von „etwas Wunderbarem“, das wir uns da vorgenommen haben und hängt viele nützliche Tipps an („Füße wegen der Blasen Immer schön mit Hirschtalgsalbe eincremen“.)
Ein mir persönlich nicht bekannter Youtuber, ebenfalls zurzeit in Thailand unterwegs, gibt Trainingtipps: „Ich empfehle dir mindestens 2x vorher bei dir in der Region wandern zu gehen, damit du einen ordentlichen Muskelkater bekommst und dieser dann auf dem Jakobsweg ausbleibt“. Schon erledigt.
Eine Biberacher Jugendfreundin aus Sri Lanka schickt gute Wünsche und ein ehemaliger Chef, der zum guten Freund wurde, warnt zur Vorsorge: „Übernehmt Euch nicht, sondern genießt die Möglichkeit“.
Aufmunternde Worte landeten auch in meiner Mailbox von einer Ummendorferin, die jetzt in Las Vegas lebt.
Aber auch Fragen sind eingegangen. Zum Beispiel: „Wie lädst Du das Handy auf? Solar?“ Antwort: Mit einem Spezial-Ladegerät, das über zwei USB-Anschlüsse verfügt. Somit können wir beide Geräte gleichzeitig laden, denn Steckdosen sind in den Herbergen offensichtlich Mangelware. Ein Solar-Charger, wie ich ihn manchmal bei Tageswanderungen benütze, wäre für so eine Strecke schlicht zu schwer.
Erstaunlich in diesem Zusammenhang ist, wie viele der Menschen, die uns in den letzten Tagen kontaktiert haben, den Camino selbst schon gegangen sind, den Pilgerweg planen oder Leute kennen, die den Jakobsweg schon hinter sich gebracht haben.
Selbst hier in Québec, 5000 Kilometer westlich von Spanien, gibt es unter unseren Freunden und Bekannten nur wenige, die mit dem Begriff „Camino de Santiago de Compostela“ nichts anfangen können. Die Mutter des Nachbarn zur Rechten ist ihn schon gewandert und auch die Nachbarin zur Linken stellt mir ihre Freundin vor, deren Schwester ihn schon absolviert hat. Auch wenn es oft nur einzelne Etappen sind, die Freunde und Bekannte zurückgelegt haben, gilt ihnen mein Respekt.
Ganz in der Nähe von uns, mitten in Montreal, gibt es sogar einen Laden, der ausschließlich Jakobsweg-Pilger ausrüstet. Von den richtigen Socken bis zur geeigneten Unterwäsche – im „Centre La Tienda, d’ici à Compostelle“ findet man fast alles.
Allen, die uns so aufmunternd unterstützen, möchte ich an dieser Stelle danken. Eure Gedanken tun gut!

gibt es keine mehr. Mit dem Flieger geht’s von Montreal nach Lissabon und dann nach Bilbao. Von dort aus weiter mit dem Bus nach Pamplona. Hier kann die Pilgerreise beginnen. Gerne hätten wir mit unserem Fußmarsch schon in Saint-Jean-Pied-de-Port auf der französischen Seite der Pyrenäen angefangen. Aber die Gefahr, dass dort um diese Zeit noch Schnee liegt, ist groß. Die Strapazen einer Eiswanderung wollten wir uns nach einem der kältesten kanadischen Winter seit vielen Jahren dann doch nicht antun.


Weil jedoch irgendwann auch die größte Ansammlung von noch so coolen Boutiquen ihren Reiz verliert, behilft man sich mit Netflix-Serien, Hörbüchern und sogar einer WDR-Produktion aus der Meditahek.
Siebzig werden ist ganz einfach. Man lässt sich von Eltern aufziehen, die es gut mit einem meinen. Ergreift einen Beruf, von dem man immer schon geträumt hat. Umgibt sich mit positiv denkenden Menschen. Tut das, wozu man Lust hat und reist dorthin, wo es einen hinzieht, nämlich immer der Nase lang.
Wer unbedingt den Finger in die verwundete Seele eines lange geschundenen Volkes legen will, muss nach Havanna reisen. Dort, in der Hauptstadt Kubas, bietet sich dem Besucher ein bizarres Kontrastprogramm: Einstige Prachtvillen, abgemagert zu Skeletten, posieren zum Fotoshooting neben Luxushotels und Edelboutiquen von GUCCI und Louis-Vuitton.
Jetzt ist er also auch hier angekommen, der Massentourismus, inklusive Kreuzfahrtschiffen. Dabei hatte es bei unseren früheren Besuchen, zuletzt vor elf Jahren, noch ausgesehen, als könnte sich die „Perle der Karibik“ noch einmal davonschleichen vor den Piraten im Tilleyhut.














