
Irgendwie müssen die sich abgesprochen haben: Im Norden Deutschlands ketten sich Castor-Gegner an Bahnschienen. Im Süden stimmen wackere Schwaben für den Bau eines neuen Hauptbahnhofs. Derweil rollt in Kanada ein festlich beleuchteter Weihnachts-Sonderzug durchs Land. Gestern Abend legte der Canadian Pacific Holiday Train ganz bei uns in der Nähe einen Stopp ein.
Saint Clet ist ein Bauerndorf mit 1725 Einwohnern. Außer Ackerbau und Viehzucht herrscht da tote Hose. Nur einmal im Jahr geht die Post ab: Der Weihnachtszug der traditionsreichen kanadischen Eisenbahnlinie Canadian Pacific hält am Güterbahnhof. Da verdoppelt sich dann die Einwohnerzahl des Dorfes kurzfristig.

Stürmische Begrüßung in Saint Clet
So richtig Weihnachtsstimmung will auf dem Schotterplatz rund um den kleinen Güterbahnhof allerdings nicht aufkommen. Auf einem Lkw-Anhänger tanzt eine Lady in Leggins zu Gaga und Perry. Sponsored by your local Tanzschule. Neben der Bühne stehen Leute für Suppe und Glühwein Schlange. Sponsored by your local Feuerwehr. Das Wichtigste spielt sich etwas abseits vom Geschehen ab. In einem Lkw stapeln sich kistenweise Lebensmittel. Gespendet von Besuchern, die wegen des Weihnachtszuges gekommen waren. Mehr als 1200 Tonnen Lebensmittel kamen so in den letzten zwölf Jahren zusammen. Viele kanadische Suppenküchen und Tafelläden verlassen sich inzwischen auf den Segen, der von der Eisenbahn kommt.

Zugmusik: Boygroup und Valdy
Der Zug selbst? Ein schöner Zug, Marke GE. Er sieht einfach hinreißend aus und ist total liebevoll geschmückt. Eine Diesellok mit 4400 PS zieht 14 Waggons hinter sich her. Hunderttausend Lampen (ich habe sie gezählt!) blinken. Die Glühbirnen werden von vier Dieselgeneratoren befeuert. Einer der Wagen hat eine ausfahrbare Bühne. Auf der spielt eine Boyband fetzige Weihnachtslieder. Dann tritt ein im Westen Kanadas ziemlicher bekannter Folksänger auf. Dem dürren Applaus zufolge scheinen den hier in der frankokanadischen Ecke des Landes allerdings nur wenige zu kennen. Schade eigentlich. Valdy war nämlich echt gut. Viereinhalbtausend Kilometer Entfernung machen den kulturellen Unterschied.
Den größten Beifall erntete aber der Bürgermeister von Saint Clet. Seinen glamourösen Auftritt auf der Bahn-Bühne verband er mit einem Versprechen: Weiterhin milde Temperaturen und einen schneearmen Winter. Allerdings unter einer Bedingung: „Ihr müsst mehr spenden, Leute!“
Der „Canadian Pacific Holiday Train“ in voller Länge (1:34)
How did you find me? I mean, who sent you here? I’ve been writing this blog entirely in German since I started it about three months ago. Chances are you probably don’t speak the language of Goethe, Merkel and Rammstein and landed on this page by accident. Don’t despair. It will be a pleasure for me to accommodate you in your language, if only for today.


Sie haben es bestimmt längst entdeckt, das Labyrinth-Logo auf meiner Startseite. Jeder Produktanbieter, der etwas auf sich hält, verwendet inzwischen diese QR-Codes. Aber was steckt eigentlich hinter diesem Strichsalat?
Die Bedienung ist einfach. Zunächst lädt man sich eine Strichcodeleser-App auf sein Smartphone. Davon gibt es im Internet jede Menge. Sieht man dann irgendwann so einen QR-Code in einer Zeitungsanzeige, auf einer Plakatwand oder auch auf einem hübschen T-Shirt, das da an einem vorbeirauscht, hält man einfach den Handy-Scanner drauf – so, als würde man das Logo abfotografieren. Tut man ja genau genommen auch. Nur nicht mit der eingebauten Handy-Kamera, sondern mit dem Barcode-Leser.
Ist der Strichcode dann eingescannt, zeigt das Handy den Inhalt an, der sich hinter dem Streichkonzert versteckt. Direkt. Ohne einen einzigen Mausklick. Das kann eine Werbeseite aus dem Internet sein. Oder ein YouTube-Video. Neulich bin ich über einen QR-Code auf der Speisekarte eines Montréaler Restaurants gelandet. Gelegentlich verbergen sich auch sehr persönliche Nachrichten hinter den Strichen. „Ich bin single“. Oder „Marry Me!“ Oder auch Telefonnummern und Email-Adressen. Jeder mit Internetanschluss kann heute ganz einfach seinen 
Winter in Kanada kann romantisch sein: Kaminfeuer, Glühwein, netter Besuch. Einfach einen Gang zurückschalten. Winter in Kanada kann aber auch grausam sein: Temperaturen von bis zu minus 30 Grad sind keine Seltenheit. Meterhohe Schneewehen gehören zum Alltag. Ist erst einmal alles mit Schnee bedeckt, dauert es bis Mai, bis sich die ersten grünen Blätter zeigen.