Die Tragödie von Peggy’s Cove

Tragödien spielen sich auch an den schönsten Orten ab. Als im Herbst 1998 eine Swissair-Maschine mit 229 Menschen an Bord in der Nähe von „Peggy’s Cove“ abstürzte, hielt die Welt den Atem an. Doch längst strömen Touristen wieder hierher, um in die bizarre Schönheit dieses Küstenorts im Südwesten von Nova Scotia einzutauchen.

Es gibt fotogenere Plätze in Kanada als “Peggy’s Cove”. Plätze mit spektakuläreren Aussichten (CN-Tower in Toronto) oder beeindruckender Natur (Rocky Mountains). Aber unter den am meisten fotografierten Sehenswürdigkeiten in Kanada liegt der Leuchtturm im Südwesten von Nova Scotia ganz vorne.

Natürlich zückten auch wir unsere iPhones, als wir jetzt dem felsigen Küstenort einen Besuch abstatteten. Und natürlich waren wir nicht allein. Das Meer von Touristen schien zeitweise mit dem Ozean zu konkurrieren, der die schroffe Felsenlandschaft um “Peggy’s Cove” umzingelt.

In dem Ort, weniger als eine Stunde von Halifax entfernt, leben bis heute fast ausschließlich Fischer und Schiffsbauer. Wie sie den Massentourismus ertragen und dabei noch immer ihrer Arbeit nachgehen, bleibt ihr Geheimnis. Vielleicht ist es der stoische Charme, der Bewohnern von maritimen Gegenden oft eigen ist.

Weltweit erreichte “Peggy’s Cove” traurige Berühmtheit, als am 2. September 1998 eine Swissair-Maschine in der nahegelegenen St. Margaret’s Bay zerschellte. Ich erinnere mich, wie ich damals Tag und Nacht Dutzende von Hörfunkbeiträgen für Radiosender in Deutschland, Österreich und der Schweiz absetzte.

Keine der 229 Menschen an Bord der MD-11 überlebte. Die genaue Ursache, warum die Maschine auf dem Weg von New-York nach Genf abgestürzt ist, konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden. Immer wieder war die Rede davon, dass die Unterhaltungs-Elektronik an Bord zu einem Kurzschluss führte.

Unser Besuch bei “Peggy’s Cove” war kurz und bündig. Ein paar der Fotos, die dabei entstanden sind, finden Sie in der Galerie: