Cape Breton – ein kanadisches Juwel

Wer an einem milden Augustabend auf der Terrasse eines Landhotels an der kanadischen Atlantikküste sitzt, in dem schon der Erfinder des Telefons, ein gewisser Mr. Alexander Graham Bell, genächtigt hat, darf ruhig mal ein Grinsen aufsetzen, das vielleicht nicht besonders fotogen ist, dafür aber von Herzen kommt.

Wenn der Blick dann noch über das spätsommerliche Meer wandert, wird das Grinsen zum Lachen.

Ich glaube, man nennt es Reiseglück, was wir zurzeit erleben.

Wir sind in Cape Breton angekommen, einem weiteren Höhepunkt auf unserer Reise durch die kanadische Atlantikprovinz Nova Scotia. Halifax haben wir – nicht ganz ungern – am Morgen hinter uns gelassen.

Dreieinhalb Autostunden später sind wir in dem Dorf Baddeck gelandet. Vorbei an Seen, Inseln und Meeresengen. Vor allem aber vorbei an Wald, Wald und nochmal Wald. Cape Breton gilt als das eigentliche Juwel der Provinz Nova Scotia. Hier treffen sich Fisch und Lobster, Wald und Wiesen, Berge und Täler, Meer und Seen – ein Mikrokosmos aus einer anderen, wunderbaren Welt.

Es ist im Laufe vieler Jahre schon der vierte Versuch, Cape Breton zu erkunden. Dreimal zuvor hatte uns das zickige Wetter, für das die kanadische Atlantikküste bekannt ist, ausgebremst.

Heute hatten wir unverschämtes Glück: Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel, hochsommerliche Temperaturen. Und dann noch – darf man das überhaupt sagen? – ein nicht unangenehmer Nebeneffekt der Pandemie: Kein Massentourismus, keine Verkehrsstaus, keine Schlangen vor den Restaurants.

À propos Restaurants: Das Essen, das wir gerade in dem winzigen Ort Baddeck zu uns genommen haben, war schlicht fantastisch. Selten hat der Fisch so herrlich geschmeckt wie hier, wurden Salat und Gemüse so taufrisch serviert wie im „Telegraph House Restaurant“.

Wer nie Wein aus Nova Scotia getrunken hat, sollte beim nächsten Besuch im Liquor Store nach einer Flasche „Tidal Bay“ verlangen. Wer dann noch verwegen genug ist, einen Schuss „Maple Vodka“ hinterher zu schicken, wird garantiert dafür belohnt, Urlaub daheim zu machen, anstatt der Pandemie zum Trotz in ferne Länder zu reisen. Auch wenn das „Daheim“ gute 14 Autostunden entfernt ist.

Und sonst so? Freuen wir uns auf morgen. Da machen wir uns auf den Weg auf den „Cabot Trail“ – eine ganztägige Rundreise durch eine der schönsten Landschaften, die Kanada zu bieten hat.

Vielleicht freuen Sie sich ja ein wenig mit uns.