Hallo Blockhaus! Servus See!

Mehr als ein Jahr ist es her, dass ich zum letzten mal im Blockhaus am Lac Dufresne war. Augenleiden, Covid, OP-Termine, Schonzeiten – all das hat es mir unmöglich gemacht, die geliebte Cottage wiederzusehen.

Lore war schon ein paarmal alleine hier, ohne mich. Aber jetzt ist es wieder soweit. Und es fühlt sich seltsam schön an. Man könnte auch sagen: ganz schön seltsam.

Ganz langsam tastet sich der Indian Summer vor. Die Nächte frisch bis kühl, die Tage angenehm warm. Jetzt ja nicht übermütig werden und noch einen Sprung ins Wasser wagen! Das würde ein 72jähriger Körper möglicherweise nicht verzeihen.

Aber auch ohne Schwimmübungen kommt keine Langeweile auf. Mit dem Ruderboot (mit Batterie-Hilfsmotor für alle Fälle) den Kumpel in der anderen Seebucht aufsuchen, den lauthals am stahlblauen Himmel fliegenden Kanadagänsen ein „Tschüss, bis nächstes Jahr!“ zurufen, den „Brown-eyed Susans“ sagen, wie schön sie noch immer blühen – all das gehört zum überschaubaren Tagespensum des Blockhausbesitzers.

Am See sind wir so gut wie allein. Nach dem „Labour Day Weekend“ verziehen sich die meisten Kanadier wieder in ihre Wohnungen und Häuser in den Städten und Dörfern. Und auch wir machen uns schon bald wieder auf den Weg nach Montreal.

Schön ist es hier oben, zwei Stunden nördlich von der Stadt meines Herzens, sehr schön sogar. Man könnte glatt noch bleiben. Wären da nicht schon wieder diese Rentner-Verpflichtungen in der großen Stadt.

Aber wir kommen wieder. Und bis zum nächsten mal wird es nicht wieder ein Jahr dauern.

Versprochen!