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Über Herbert Bopp

Deutscher Journalist bloggt aus Kanada. Lebt in Montréal, auf Mallorca und im Internet. Mag Kommentare am liebsten per Mail: bloghausmail@herbertbopp.com

Ein Buch voller Geschichten

blog_ankuendigungSchreib doch mal ein Buch“. Ich weiss nicht, wie oft ich diesen Satz in den letzten Jahren gehört habe. Von Freunden und Kollegen, von Teilnehmern meiner Seminare, von Blog-Lesern und natürlich von der eigenen Familie. Jetzt ist es soweit: In wenigen Tagen erscheint mein erster Roman bei Amazon.

Ausreden, kein Buch zu schreiben, gab es immer schon genug: Keine Zeit. Keine Lust. Keine Gelegenheit. Das alles stimmte irgendwann, irgendwie. Nur eine Entschuldigung ließ ich nie gelten: Keine Themen.

Geschichten aus meinem Leben gibt es jede Menge. Fröhliche, traurige, skurrile, runde, bunte. Jetzt habe ich die schönsten von ihnen zu einem Roman zusammengefasst.

Der Sommer 2015 war ideal zum Schreiben, das Blockhaus am Lac Dufresne der perfekte Ort, um aus einer Idee ein Buch werden zu lassen.

Das gibt sich bis 1970“ ist ein Roman mit 52 Kapiteln: Die erste große Liebe. Die erste lange Reise. Die ersten Abenteuer. Zentrale Handlung ist ein Roadtrip, der mich als Fünfzehnjähriger per Anhalter zu einem Mädchen nach Spanien führt.

Dass ich meinen ersten Roman in Form eines eBooks veröffentliche, war eine logische Überlegung. Als Onlinejournalist ist das Internet seit seiner Einführung zu meiner medialen Heimat geworden. Ebooks können weltweit heruntergeladen werden. Die Möglichkeit, orts- und zeitunabhängig arbeiten zu können, sehe ich als ein Geschenk für jemanden, der seit Jahren zwischen Kanada, Deutschland und Spanien pendelt.

Mein Roman erscheint demnächst bei Amazon. Der Download ist kinderleicht. Der Text kann am PC, am Laptop, am Tablet oder auf dem Handy gelesen werden. Und natürlich im „Kindle“-eBook-Reader, den Amazon seinen Lesern anbietet.

Geschrieben habe ich meinen Roman für alle, die an die Liebe glauben und das Leben als Abenteuer sehen. Also für Sie.

Prinzenrolle für eine Nacht

Vorhang auf: Der Mann mit dem Radiogesicht spielt wieder in einem Film mit. Titel und Regisseur müssen geheim bleiben. Szenenfotos dürfen genauso wenig veröffentlicht werden wie der Name des Hauptdarstellers. Woran mich jedoch keiner hindern kann: Die Atmosphäre am Set zu beschreiben.

Gedreht wird der Film zurzeit hinter dicken Klostermauern in der Nähe von Montreal. So viel sei verraten: Es ist eine große Produktion mit einer hochprofessionellen Filmcrew. Selbst für das „Making of“, also den Film über die Herstellung des Films, gibt’s einen eigenen Regisseur. Mein Charakter: Ein bekannter Wissenschaftler, der um seine wichtigste Entdeckung bangen muss.

Eine Rolle in einem Kinofilm ist wie ein Non-Stop-Verwöhnprogramm: Die Maskenbildnerin massiert dir die Falten weg. Die Friseuse macht aus lichtem Haar dichtes. Die Kostümbildnerin zupft dir Hemd und Jacke zurecht, legt Manschettenknöpfe an und bringt den Hut in die richtige Position. Und so ganz nebenbei bindet sie dir noch den perfekten Krawattenknoten.

Es ist eine Prinzenrolle: Weil es heiss ist am Set, wirst du auf Schritt und Tritt von zwei Assistentinnen betüttelt, die dich mit kaltem Wasser und Frischluft aus kühlenden Ventilatoren versorgen. Selbst in den Drehpausen verfolgen sie dich wie ein Schatten, nehmen dir Mantel und Jacket ab, während der Requisiteur den Brief, den du deiner Filmpartnerin eben noch vor der Kamera überreicht hast, wieder fein säuberlich zusammenfaltet und in die Innentasche zurücksteckt. Ein bisschen Diskretion muss sein: Höflich warten deine persönlichen Assistentinnen – zwei jobbende Filmstudentinnen – vor dem Waschraum.

Gefilmt wird die ganze Nacht. Zum „Mittagessen“ um 19 Uhr gibt’s Catering vom Feinsten. Die Privat-Chauffeurin holt dich ab und liefert dich nach dem Dreh wieder sicher vor deiner Haustür ab – in meinem Fall morgens um halb zwei.

Wenn mehr als 50 Leute dir und deiner Filmpartnerin vor laufenden Kameras unter dem grellen Licht von Dutzenden von Scheinwerfern auf die Hände schauen und ein Team von Spezialisten jedes gesprochene Wort auf seine linguistische Vollkommenheit testet, kann das für einen Nicht-Profi-Schauspieler wie mich ganz schön überwältigend sein.

Selbst der Kuss auf die Stirn der Partnerin will geübt sein. „Etwas zärtlicher“, ruft der Regisseur aus dem Off. „Und etwas weiter links“, sekundiert die Regieassistentin. Nach gut zwei Dutzend verschiedenen Einstellungen sind die Küsse im Kasten.

Filmen ist anstrengend, vergnüglich, aufregend und immer spannend. Allerdings birgt so eine Rolle auch Überraschungen, von denen nichts im Vertrag steht. Damit musst dann nicht nur du leben, sondern auch die Frau an deiner Seite: Der Bart ist ab. Glattrasiert. Zum erstenmal seit 45 Jahren.

Seither hat SIE nur einen Wunsch: „Bitte lass ihn wieder wachsen, sonst muss ich dich leider siezen“.

Montréal: „Petit Paris“ in Kanada

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Der Kellner spricht das Französisch der Pariser. Die Fleischverkäuferin in den Markthallen parliert neuerdings en français. Und Montrealer Stadtbusfahrer, bisher letzte Bastion der Québecois sprechenden Frankokanadier, hören sich jetzt immer öfter an, als hieße die Endstation Montmartre und nicht McGill-University. Montreal, das sich ohnehin gerne als das „Paris des Nordens“ sieht, wird von Frankreich-Franzosen geradezu überschwemmt.

Was die angesehene Tageszeitung Globe and Mail als „Invasion der Franzosen“ bezeichnet, lässt sich am Montrealer Stadtbild auch ohne Statistik ausmachen: Mehr als 120.000 Franzosen haben sich innerhalb weniger Jahre in Montreal niedergelassen. Das „Plateau Montréal“, eine hippe Wohngegend am Fuße des Hausbergs „Mount Royal“, gilt im Montrealer Sprachgebrauch schon lange als „Petit Paris“.

Französisch – wie aus einer anderen Welt

Viele Montrealer sehen dem Influx mit gemischten Gefühlen entgegen. Durch die hohe Nachfrage steigen Miet- und Immobilienpreise. Außerdem sehen viele Quebecer ihre Muttersprache, das „Québecois“, in Gefahr. Québecois mag sich weniger elegant als Französisch anhören, eher plump und bäuerlich. Aber es ist nun einmal die Sprache, in der sich „les Québecois“ wiederfinden. Das, wie mancher Quebecer glaubt, borniert klingende Pariser Französisch hört sich vor allem in den Ohren der Landbevölkerung wie aus einer anderen Welt an.

Dass Québec mit Frankreich eng verbandelt ist, liegt in seiner Geschichte. Schließlich war es der Franzose Jacques Cartier, der Kanada, das damalige Neufrankreich, 1534 entdeckt hat. Dass sich aber eine so hohe Zahl von Franzosen hier ansiedelt, ist neu.

Schnelldurchgang für Französisch-Muttersprachler

Einer der Gründe dafür liegt in einer Gesetzesänderung, wonach verstärkt französisch-sprachige Fachkräfte für die Provinz Québec gesucht werden. Das Timing passt: Die französische Wirtschaftskrise mit einer Jugendarbeitslosigkeit von bis zu 25 Prozent ist für viele Franzosen die Gelegenheit in einem französischsprachigen Land auf dem nordamerikanischen Kontinent einen Neuanfang zu wagen.

In den neuen Bestimmungen, die es Franzosen ermöglicht, im Schnellverfahren Wohn- und Arbeitsgenehmigung für Quebec zu bekommen, spielt ein Faktor die ganz große Rolle: Französische Sprachkenntnisse. Bei den Genehmigungsquoten gilt, wie auch für das kanadische Einwanderungsverfahren, ein Punktesystem. Beispiel: Ein Ehepaar benötigt 54 Punkte. 44 davon gibt es allein durch gute französische Sprachkenntnisse.

Auch der Nachwuchs wird im notorisch kinderarmen Quebec als Einreisefaktor hoch bewertet. Pro Kind gibt es bis zu 8 Pluspunkte.

Eine aktuelle Darstellung des Punktesystems ist der Tabelle entnehmen:

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Ein bisschen Sommer am See

sommer
Ein wenig neidisch snd wir hier schon auf das deutsche Sommerwetter. 30, 35 Grad – ach, wie schön wär das mal zwischendurch! Dagegen ist das romantische Feuer, das morgens und abends bei uns im Holzofen knistert, nur ein schwacher Trost. Mehr als 20 Grad schafft das Thermometer einfach nicht, hier oben am Lac Dufresne.

Dabei befindet sich der Sommer in diesem Teil Kanadas bereits im Endspurt. Schon jetzt ist das satte Grün der Baumgipfel verblasst. Ein Hauch von Herbst macht sich breit. Die Handwerkerferien, kalendarischer Gradmesser des Sommers n Québec, sind vorbei. Schade für die Handwerker, gut für den Rest: Der Verkehrsstau zwischen Montréal und dem Laurentiden-Gebirge, wo wir uns befinden, schrumpft. Und damit der Stressfaktor Autofahren.

Die schlechte Nachricht: Sobald die Handwerkerferien vorbei sind, beginnt wieder der Slalom um die Baustellenkegel, die inzwischen zum Stadtbild von Montréal gehören wie die Kathedrale und der Mont Royal.

Summer in the City? Fehlanzeige. Schade für die meisten Montréaler, die sich gerade erst vom härtesten Winter erholen, seitdem es Wettermessungen gibt. Für uns herrschen freundlichere Aussichten: Der nächste Januar kommt bestimmt. Dann holen wir den Sommer eben auf Mallorca nach.

Zur Not auch unterm Wärmepilz.