Palma anders. Anders schön.

potpourri

Einfach Kamera draufhalten und klick: Während der Morgennebel noch die Kathedrale von Palma einlullt und der Luxusliner beim Auslaufen im Abendlicht nicht so richtig in die Gänge kommt, wagen sich ein paar hundert Meter weiter satt gereifte Orangen mit exhibitionistischem Eifer aus dem Windschatten der Mühle.

Eine Ecke weiter, als wären wir in Bagdad gelandet und nicht auf den Balearen, entblößt sich aus dem Nichts ein abrissfertiges Bürgerhaus vor unseren Augen und schämt sich kein bisschen.

Auch Mickeymäuse fühlen sich auf Mallorca wohl. Warum auch nicht? Gleich werden sie in die Luft gehen. Wenn sie Glück haben, landen sie schon kurze Zeit später in einem Spinnennest aus Licht und nachweihnachtlichem Lametta. Das Leben auf Mallorca ist ein Zuckerschlecken. Sehen Sie selbst.

 

Wintersommer auf Mallorca

Wintersommer

Mallorca im Winter: Viel Sonne, wenig Menschen, leere Strände. Das Ganze bei frühsommerlichen Temperaturen. An der Playa de Palma herrscht Feiertagsruhe. Die meisten Geschäfte, Kneipen und Bars sind noch geschlossen. Wer sich nicht daran stört, dass die Ballermänner noch nicht mit Strohhalm und Eimer eingefallen sind, findet um diese Jahreszeit ein kleines Paradies vor. Klicken Sie sich durch die kleine Bildergalerie und genießen Sie mit uns die Ruhe vor dem Sturm.

Palma: Weihnachten im Januar

winter

Richtig weihnachtlich geht es in diesen Tagen in Palma de Mallorca zu. Schwer vorzustellen bei frühlingshaften Temperaturen von bis zu 22 Grad. Massenandrang herschte heute in den Läden, die mit Sonderangeboten lockten, von denen wir Kanadier aus Teuerland nur träumen können.

Der Grund für den Weihnachtsrun im Januar: Die Mallorquiner beschenken sich nicht an Heiligabend, sondern erst am Fest der Heiligen Drei Könige.

„Melchor, Gaspar y Baltasar“ treffen bereits heute, einen Tag vor dem eigentlichen Fest, vom Meer her per Schiff an der alten Hafenmole ein. Von dort aus pilgern die Drei dann durch die Altstadt, Kinder und Erwachsene im Schlepptau.

In manchen mallorquinischen Dörfern stellen Kinder, die entlang der Umzugsstrecke wohnen, ihre Stiefel auf den Fenstersims – in der Hoffnung, sie später mit allerlei Geschenken gefüllt vorzufinden. Doch anders als beim Nikolausfest beschenken auf Mallorca die Drei Könige die Kinder.

Wer die Chancen erhöhen will, ordentlich beschenkt zu werden, stellt neben die Stiefel noch ein paar Kleinigkeiten für die durstigen Kamele und die von der langen Wanderung erschöpften Könige. Traditionsgemäß gibt’s Wasser und Saubohnen für die Tiere und einen Teller mit Süßigkeiten für die Weisen aus dem Morgenland.

Tschüss Winter! Hola Mallorca!

valdemossa

Die Proseccoflaschen sind entsorgt, sämtliche Neujahrsanrufe erledigt. Unser Winterquartier in Palma ist angerichtet. Mallorca, wir kommen!

Schwer gefallen ist mir der Abschied vom kanadischen Winter noch nie. Wer mehr als 30 Jahre lang schlimme Schneestürme und Dutzende von Stromausfällen erlebt hat, weil die Überlandleitungen mal wieder unter den Eismassen zusammengekracht sind, der entwickelt im Laufe der Jahre ein ziemlich unromantisches Verhältnis zum Winter.

Ohnehin scheint es der alte Mann dieses Jahr besonders eilig zu haben, so als würde er uns dafür bestrafen wollen, dass wir den Spieß umdrehen und IHM die nächsten vier Monate die kalte Schulter zeigen. Ich kann mich nicht daran erinnern, in all den Jahren schon so früh in der Saison solche extremen Temperaturen und Schneemengen erlebt zu haben.

Ein Silvesterfeuerwerk bei minus 25 Grad vergisst man nicht so schnell. 50 000 bibbernde Menschen können nicht irren: Schön war die Party auf dem Place Jacques Cartier in Alt-Montreal allemal. Aber jetzt ist gut. Der Winter hat sich selbst entzaubert. Das hat er nun davon.

Von morgen an gibt’s statt Donuts mallorquinische Ensaimada und der Wein in unserer Stammbar in Palma kostet noch immer 1.80 Euro, während wir hier, in der teuersten aller kanadischen Provinzen, mit 9 Dollar pro Glas abgezockt werden.

Wenn wir Snowbirds im Mai nach Kanada zurückkehren, werden die Schneeberge in St. Henri vor der Frühlingssonne in die Knie gegangen sein. Dann werden das Kanu poliert und die Räder gesattelt. Kanada kann ja so schön sein.

Vorausgesetzt es ist Frühling, Sommer und Herbst.

Silvester: Cool. Cooler. Bitterkalt!

Screenshot © CBC
Screenshot © CBC

Der heutige Silvesterabend dürfte einer der kältesten werden, den ich in Kanada je erlebt habe. Wenn ich ihn erlebe. Gefühlte minus 30 Grad sollen es in der Nacht werden.

Ausgerechnet heute, da wir es um Mitternacht in Alt-Montreal krachen lassen wollen. Mit voraussichtlich 50 000 anderen, die sich auf dem Place Jacques Cartier versammeln, um das neue Jahr zu begrüßen.

Nix da warme Stube. Mit Liveband und Feuerwerk und ganz vielen Küsschen werden wir unten am Hafen die 13 durch die 14 ersetzen.

It is shaping up to be one cold sonofabitch!”, warnt mich Partykumpel Doug in seiner Mail. Was soviel heißt wie: “Sind wir eigentlich bescheuert?”

Damit der Prosecco nicht in der Flasche gefriert, haben wir uns für heute Abend einen coolen Trick ausgedacht. Wir trinken einfach schneller. (Eben kommt per Mail ein Tipp von meinem Uraltkumpel Joachim: „Wenn Ihr gleich zum Wodka übergeht, braucht Ihr nicht ganz so schnell zu trinken!„)

In Montreal mag es zwar klirrend kalt werden. Im Vergleich zu meinen Freunden im westkanadischen Manitoba haben wir hier geradezu T-Shirt-Wetter. In Winnipeg werden minus 50 Grad erwartet.

 Frohes Neues Jahr!  Happy New Year!  Bonne Année! 

Und hier noch das Wetter in Winnipeg/Manitoba:

wetter