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Über Herbert Bopp

Deutscher Journalist bloggt aus Kanada. Lebt in Montréal, auf Mallorca und im Internet. Mag Kommentare am liebsten per Mail: bloghausmail@herbertbopp.com

Jagdszenen aus Kanada: „Enjoy!“

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© twitter

Ein toter Eisbär lässt die kanadische Umweltministerin jubeln: „Enjoy!“, frohlockte sie jetzt in einem Tweet über das erlegte Tier und setzt damit die Serie der Peinlichkeiten fort, mit denen Kanada zurzeit Schlagzeilen macht.

Vom torkelnden Torontoer Oberbürgermeister über eine Horde von mafiösen Amtsleitern im Montrealer Rathaus bis hin zu diversen Senatoren, die den Steuersäckel jahrelang mit einem Selbstbedienungsladen verwechselt haben – das Fremdschämen für mein sonst so geschätztes Gastland will einfach nicht aufhören.

Den jüngsten Coup hat sich jetzt Umweltministerin Leona Aglukkaq geleistet. Nachdem ihr der Onkel eines Jägers aus ihrem Wahlbezirk in der kanadischen Arktis ein Foto von einem frisch geschossenen Polarbär zugeleitet hatte, gratulierte sie dem Mann in einem Re-Tweet zu dem Jagdglück, das ihm widerfahren war. „Enjoy!“

Es ist nicht das erste Mal, dass die konservative Ministerin Tier- und Umweltschützer zur Weißglut bringt. In einem viel beachteten Auftritt im Parlament trug sie einmal demonstrativ ein Seehundfell. Ein andermal gratulierte sie Walfischjägern öffentlich zu den frisch erlegten Tieren.

Auch mit der Statistik nimmt es die Ministerin nicht so genau. Während sich seriöse Forscher weltweit darüber einig sind, dass die Zahl der Eisbären in der kanadischen Arktis drastisch zurück geht, brüstete sich Frau Aglukkaq mit einer anderen Erkenntnis: Von einer Bedrohung des Polarbär-Bestands könne keine Rede sein. Als Quelle führte die Umweltministerin immerhin ihren Bruder an.

Dass der aktuelle Tweet vom toten Eisbären in Tierschutzkreisen für Aufruhr sorgte, hat noch einen anderen Grund: Die Ministerin twitterte aus Moskau. Dort feierte sie im Auftrag der kandischen Bundesregierung zusammen mit anderen Delegierten aus aller Welt ausgerechnet das 40jährige Jubiläum eines Vertrags zum Schutz der Eisbären.

Punkrock vom Weihnachtsmann

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“Wir können alles”, sagen die Schwaben, “außer Hochdeutsch”. Die Jungs von „snaepz” aus dem Wilden Süden können noch viel mehr. Zum Beispiel Hardrock mit einem Touch von Hevay Metall. Funpunk-Punkrock – genau richtig für die Weihnachtszeit.

Das Ganze ist jetzt in Form eines herrlich unfeierlichen Songs auf YouTube zu sehen – serviert mit viel Love und ein wenig Crazyness.

Warum die Band jetzt im Kanada-Blog beworben wird? Weil es zu snaepz eine kanadisch-schwäbische Komponente gibt: Julian Brauchle, Drummer der Gruppe, hat vor ein paar Jahren für die wunderbare Organisation “Arche” seinen Zivildienst in Trois-Rivières/Québec abgeleistet.

Dass die Verbindung zu ihm nie abgerissen ist, hat mehr als einen Grund. Julian ist der Sohn meiner Cousine Margret im oberschwäbischen Berg bei Ravensburg.

Ein bisschen Werbung für Québec

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Heute darf ich mal ein wenig die Werbetrommel rühren. Die Außenhandelskammer der Provinz Québec (Investissement Québec) hatte mich vor einiger Zeit als Sprecher für einen kleinen PR-Film engagiert. Manche der Bilder sind wirklich spektakulär. Schon allein dafür lohnt es sich, das Video anzuklicken.

Reality-TV mit weißen Riesen

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Eisbär zum zweiten: Eine wahre Reality-Show gibt es derzeit als Livestream im Internet zu sehen. Die Hauptakteure: Hunderte von Eisbären. Noch gut einen Monat werden die Live-Webcams bei Tag und Nacht jede Bewegung der weißen Riesen übertragen. Danach ist Schluss. Dann ist die Hudson Bay, 1500 Kilometer nördlich von Winnipeg, zugefroren und die Bären gehen dorthin, wo sie eigentlich hingehören: aufs Eis.

Von dort aus machen die Tiere dann wieder Jagd auf Lachse, Ottern und Seehunde. Doch so lange es zu warm ist, friert das Meer nicht zu. Dann wandern Hunderte von hungrigen Eisbären die Bucht entlang – immer auf der Suche nach Nahrung.

Um ihren Bärenhunger zu stillen, kommen die Tiere dann oft bis in die Dörfer hinein. Dort machen sie sich über den Abfall her. Der schmeckt zwar auch einem Bären nicht besonders gut. Aber er macht satt.

Die Webcams werden von Frontiers North Adventures betrieben, einer Firma, die sich in der Gegend von Churchill/Manitoba mit Eisbären-Tourismus einen Namen gemacht hat. Partner der Aktion Icecam sind Polar Bears International und der Multimedia-Anbieter explore.org

PS: Inzwischen scheinen die Kameras „OFF AIR“ zu sein, aber man kann sich immer noch tolle Videos aus dem Archiv ansehen.

Ein Eisbär beim Zahnarzt

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„Aurora“ hat Aua: Ein Eisbären-Baby, das Wildbiologen kürzlich in der Nähe des Flughafens von Churchill im Norden von Manitoba entdeckt hatten und „Aurora“ tauften, wurde jetzt in einer Spezialklinik in Winnipeg behandelt.

Zwei Zähne des elf Monate alten „cubs“ waren entzündet. Wenn Bären Zahnweh haben, verändert sich ihr Fressverhalten. Dies kann im Extremfall zum Hungertod führen. Deshalb kam der Babybär jetzt auf den Stuhl. Die Prozedur verlief erfolgreich.

Wie so eine Zahnbehandlung vonstatten geht, sehen Sie hier in einem Video, das die „Winnipeg Free Press“ auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat.